Zielgruppe Öko-Investor: Jung und risikofreudig

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Und auch das grüne Investieren liegt im Trend. Zumindest geht das aus einer aktuellen YouGov-Studie hervor. Doch wer zählt zur Zielgruppe Öko-Investor? Wir fassen Studie und Zielgruppe zusammen.

Öko ist jung

Dass der Trend zu neuen Formen des Investierens geht, zeigt die Studie „Global Future of Financial Services Report 2022“. Neben Online-Angeboten wie Krypto-Währungen, steht hier ganz klar die Nachhaltigkeit im Fokus. So sind insbesondere für jüngere Verbraucher vor allem Unternehmen von Interesse, die ethische sowie moralische Standards erfüllen. Das fördert den Anstieg der sogenannten Eco-Investments. Zwei von fünf Verbrauchern aus der Zielgruppe GenZ, also junge Erwachsene zwischen heute 18 und 24 Jahren, vertrauen finanziell in Nachhaltigkeit. Während das im internationalen Vergleich 42 Prozent ausmacht, muss in Deutschland noch etwas mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden. Rund zehn Prozent weniger (33 Prozent) der deutschen aus entsprechender Altersgruppe sind der gleichen Ansicht wie ihre internationalen Altersgenossen. Dennoch liegt „junge Nachhaltigkeit“ hoch im Kurs: Während nur sieben Prozent der über 55-Jährigen ein grünes Produkt für ihre finanzielle Anlage gewählt haben, waren es bei der jüngeren Zielgruppe bis 34 Jahren weltweit 23 Prozent.

Jeder Vierte setzt auf Grün

Insgesamt, so YouGov, ist die Zielgruppe der Öko-Investoren keine kleine. 27 Prozent der Deutschen (aus den aktuell 83,24 Millionen in der Bundesrepublik) zählen zu den grünen Anlegern. Kein Wunder, drängt das Thema Nachhaltigkeit gesellschaftlich immer mehr und den Vordergrund. Von Unwetterereignissen bis hin zu Netflixdokumentationen, Nachhaltigkeit ist Thema. Hinzu kommt, dass beispielsweise die Rüstungsindustrie fürchten muss, demnächst als nicht nachhaltige Branche eingestuft zu werden. Für Anleger ein Grund mehr, sich umzuorientieren.

Vier grüne Gruppen

43 Prozent der Deutschen, also rund 30,2 Millionen, besitzen investierbares Vermögen. Wer hier auf Grün setzt, unterscheidet sich zunächst in zwei Gruppen:

Die Öko-Sparer (22 Prozent der Deutschen mit investierbarem Vermögen) halten sich YouGov zufolge für Umweltschützer, investieren jedoch nicht bewusst gewinnbringend.

Die Öko-Investoren, die zuvor erwähnten 27 Prozent, bezeichnen sich ebenfalls als Umweltschützer, suchen jedoch bewusst nach gewinnbringenden Investitionswegen.

Ferner ordnen sich unter den Sparern und Investoren diejenigen ein, die sich nicht als Umweltschützer bezeichnen. Diese Investoren suchen ohne konkretes Umweltbewusstsein nach gewinnbringenden Anlagemöglichkeiten, während die Sparer weder investiert, noch nachhaltig orientiert sind.

Wer ist die Öko-Zielgruppe?

Doch was macht die Zielgruppe, abgesehen von einem tendenziell niedrigem Altersdurchschnitt, aus? „Die Öko-Investoren scheuen sich nicht vor den potenziellen Risiken des Aktienmarkts, bevorzugen mehrere Bankkonten und sind mit einem höheren persönlichen Einkommen häufig Kunden bei der Sparkasse, ING, Volks- und Raiffeisenbank, Consorsbank und Postbank“, fasst YouGov zusammen. Zudem sind Öko-Investoren mit einem Anteil von 62 Prozent der Gesamtbevölkerung meist männlich. 31 Prozent von ihnen sind zwischen 30 und 44 Jahre alt.

Abschreckend wirken auf viele der potentiellen Anleger hingegen die höheren Kosten im Vergleich zu nicht-grünen Anlagen: Neben den passiven „Sparern“ (27 Prozent) sind es laut Studie vor allem die „‚Investoren‘ (24 Prozent), die Eco-Investments aufgrund der Kosten nicht in Betracht ziehen. Die letztgenannte Gruppe investiert zwar aktiv auf dem Aktienmarkt, ist dabei jedoch nicht spezifisch auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit bedacht.“

Die Öko-Investoren: Gekommen, um zu bleiben?

Das Thema Umwelt wird wohl im Fokus bleiben. Ergo ergeben sich neben der neuen, derzeit noch jungen Zielgruppe auch Chancen für Finanzunternehmen und -Dienstleister. Eine nachhaltige Ausrichtung bietet die Gelegenheit, Erwartungen der Verbraucher zu erfüllen. Wer schon jetzt nachhaltig denkt, nutzt die Nachfrage, sich nachhaltig im Zukunfts-Sektor Eco-Investment zu positionieren.

Titelbild: ©naka/stock.adobe.com

Autor

Stephanie Gasteiger
Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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