Das Image-Video: „Mach dir mehr Gedanken als du eigentlich müsstest“

Kunden wünschen sich zunehmend Video-Content von Marken. Mit einem Image-Video können Unternehmen effizient ihre Kultur, Werte und Firmengeschichte vermitteln. Aber für wen eignet sich ein Image-Video wirklich? Und wie gelingt der Dreh?

Gen Z wünscht sich Videos

Gerade bei den jüngeren Generationen wird das Medium Video immer beliebter. Eine Umfrage vom britischen Businesswire unter rund 2.000 Erwachsenen in England und den Vereinigten Staaten vom vergangenen Sommer legte offen, dass mit 62 Prozent der Kundschaft mehr Video-Content von Marken erwarten. Unter den Vertretern von Generation Z und den Gutverdienenden lag dieser Anteil gar bei fast 80 Prozent.

Diese Vorliebe für das bewegte Bild ist an den Unternehmen natürlich nicht vorbeigegangen. 91 Prozent aller Unternehmen nutzen Videos derzeit als Marketing-Tool. Zahlen vom Videoproduzenten Wyzowl belegen, dass hier seit 2016 (61 Prozent) ein deutliches Plus zu verzeichnen ist.

Wie funktioniert ein Image-Video und womit fängt man an? Das haben wir bei Paul Johannes Baumgartner, unter anderem Buchautor, Motivationstrainer und Vortragsredner, nachgefragt. Weiterhin war er beim letztjährigen Zukunftsmacher Bootcamp dabei und sprach unter anderem über Positive Leadership und die Verkaufskraft der Stimme.

Redaktion: Herr Baumgartner, wie bereiten Sie sich auf einen Videodreh vor?
Paul Johannes Baumgartner

Paul Johannes Baumgartner: Gründlich. Wenn der Film qualitativ hochwertig werden soll, dann sorge ich dafür, dass wirklich alles stimmt – angefangen beim Ton, über Ausleuchtung und Kleiderwahl bis hin zur Botschaft. Wenn mehrere Personen am Dreh beteiligt sind, empfehle ich, eine Checkliste mit allem Benötigten zu erstellen. Dann ist der Filmdreh auch zügig fertig.

Redaktion: Gibt es eine Grenze dafür, wie viele Personen bei einem Image-Video dabei sein sollten?

Paul Johannes Baumgartner: Grundsätzlich kann man sagen, dass der Dreh aufwändiger wird, je mehr Leute beteiligt sind. Das hängt aber ganz von den Bedürfnissen des jeweiligen Verantwortlichen ab. Ein Tipp dafür: „Overprepping“ ist eine gute Idee vor so einem Dreh. Soll heißen, mach dir mehr Gedanken als du eigentlich müsstest. Das spart beim eigentlichen Dreh unglaublich viel Zeit.

Redaktion: Kamera oder Handy – in welchem Fall eignet sich welches Aufnahmegerät?

Paul Johannes Baumgartner: Mittlerweile gibt es sogar Kinofilme, die mit der Smartphone-Kamera gedreht wurden. Mit diesen Geräten – und ein bisschen zusätzlicher Technik – kann man schon unglaublich gute Videos aufnehmen. Wenn ich zum Beispiel unterwegs bin und mal kurz etwas auf Social Media veröffentlichen möchte, dann reicht das Smartphone absolut aus. Bei größeren Produktionen mit mehreren Beteiligten gehe ich gern ins Studio.

Redaktion: Welche ist eine oft übersehene, aber trotzdem wichtige Sache beim Videodreh?

Paul Johannes Baumgartner: Definitiv der Ton. Ich sehe es oft, dass sich Leute perfekt für ihr Video in Szene setzen, sie wählen die richtige Beleuchtung aus – und dann hört man nichts, weil sie kein Mikrofon haben oder das vorhandene Mikrofon falsch eingestellt ist. Wenn ich mir auf dem Smartphone ein Video anschaue und nichts höre, bin ich innerhalb von Sekunden weg. Das Gehör ist der zweitwichtigste Sinneskanal. Kleine Ansteckmikrofone sind schon für wenig Geld zu bekommen, die kann man dann einfach an der Kleidung anbringen und mit dem Smartphone verbinden.

Redaktion: Worauf sollten Versicherungsvermittler, die sich im Imagevideo darstellen wollen, während des Drehs besonders achten?

Paul Johannes Baumgartner: Das Wichtigste ist, dass sie authentisch rüberkommen. Kein Mensch will Industrieschauspieler sehen – bleibt glaubhaft. Wenn man von seinem Produkt, von seiner Leistung begeistert ist und das gut rüberbringt, ist schon vieles gewonnen. Diese Begeisterung wird sich auf den Zuschauer übertragen. Auch wichtig sind der Blick in die Kamera und die richtige Kleiderwahl. Reicht der Hoodie, muss lieber ein Anzug her oder habe ich ein weißes Hemd an? Diese Frage sollte man sich vorher beantworten.

Redaktion: Gab es mal ein Video, von dem du besonders geflasht warst?

Paul Johannes Baumgartner: Da kann ich jetzt keines nennen, aber ich sehe immer mal Videos, die mich begeistern. Sie sind kurz, prägnant, bringen ihre Message auf den Punkt. Das schaut man sich gern an. Man sollte darauf achten, möglichst in den ersten paar Sekunden schon den ersten Nutzen des Videos anzusprechen.

Redaktion: Welche sind die häufigsten Stolperfallen, in die man bei Image-Videos treten kann?

Paul Johannes Baumgartner: Abseits vom Ton ist das die Frage nach der richtigen Auflösung. Stell dir vor, du machst deine Aufnahme im Querformat. Das ist nicht für eine Instagram-Story geeignet, weil die Videos da hochkant stattfinden. Darum sollte man zuerst überlegen, für welche Plattform das Video gedacht ist, und dann vielleicht zwei Versionen erstellen, um für jede Plattform auch die richtige visuelle „Sprache“ zu sprechen.

Eine weitere Stolperfalle sind die Kernbotschaften. Die vergessen viele. Ich empfehle, drei konkrete Mehrwerte anzusprechen, die der Zuschauer mitnehmen soll. Außerdem: bitte nicht lang um den heißen Brei herumreden, sondern schnell auf den Punkt kommen und in klaren, kurzen Sätzen sprechen. Sonst steigt der Zuschauer aus.

Zuletzt ein Tipp: Geht nicht davon aus, dass das Video zu 100 Prozent perfekt ist. Das sind Videos nie.

Weitere Informationen zu den Vorträgen von Paul Johannes Baumgartner, Events und mehr gibt es auf seiner Webseite. Hier klicken! Und wer schon vom letzten Zukunftsmacher Bootcamp begeistert war, kann sich schon auf Neuigkeiten freuen. Stay tuned!

Titelbild & Beitragsbild: © Paul Johannes Baumgartner, Social Media (alt): ©bestfoto95/ stock.adobe.com

Autor

Lars-Eric Nievelstein
Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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