Pangaea Life: „Es sieht auf jeden Fall positiv aus“

Der Import ging zurück, der Umsatz im Einzelhandel ebenso, dafür stiegen die Energiepreise und die Inflation: Im ersten Halbjahr hatte die deutsche Wirtschaft es nicht leicht.

Auch die sonst resilienten Fonds von Pangaea Life hatten mit den Widrigkeiten zu kämpfen. Wie das im Detail aussieht, haben wir bei Daniel Regensburger, CEO von Pangaea Life, nachgefragt.

Redaktion: Herr Regensburger, wie haben sich die Pangaea Life Fonds in der ersten Jahreshälfte entwickelt?
Daniel Regensburger

Daniel Regensburger: Während der Hochphase der Energiekrise waren wir zum Glück auf der richtigen Seite, und zwar als Investor. Da konnten wir durchaus die „gute Zeit“ mitnehmen. Allerdings sind wir auch Verbraucher, zumindest auf persönlicher Ebene. Und als solcher musste man da Preise von 60 Cent pro Kilowattstunde mitnehmen, was kein dauerhafter Zustand sein kann. Das ist für Verbraucher nicht gesund. Gott sei Dank entwickelten sich die Energiepreise wieder ein Stück weit in die richtige Richtung. Bei den Vergleichsportalen ist man als privater Verbraucher schon wieder unter den 30 Cent. Diese Normalisierung spüren wir auch in unseren Fonds. Diese 16 Prozent, die wir damals gemacht haben, erreichen wir nicht mehr.

Redaktion: Dort ist also schon ein signifikanter Rückgang zu beobachten?

Daniel Regensburger: Durch die neue Bewertung geht das schon ein Stück weit zurück. Ja, es ist eine Seitwärtsbewegung, aber wir haben jetzt wieder ein Niveau erreicht wie wir es vor dem Ukraine-Krieg hatten, was die Assets angeht. Ich persönlich rechne da wieder mit einer kontinuierlichen Bewegung.

Unsere langfristige Zielrendite liegt zwischen fünf und sieben Prozent.

Redaktion: Das heißt, ab Weihnachten oder im ersten Quartal 2024 ist wieder alles wie früher?

Daniel Regensburger: Wie früher würde ich nicht sagen. Unsere langfristige Zielrendite liegt zwischen fünf und sieben Prozent. Ob wir so schnell wieder bei der Fünf ankommen, ist noch nicht abschätzbar. Positiv sieht es aber auf jeden Fall aus.

Redaktion: Wie wird sich der Schwenk weg vom russischen Gas hin zu anderen Energieformen auswirken?

Daniel Regensburger: Da gibt es zwei Komponenten. Die eine Komponente ist das, was wir mit dem Fonds tatsächlich erlösen. Das ist sehr planbar, sehr kalkulierbar, weil wir überwiegend mit den festen Stromabnahmeverträgen agieren. Da kann der Markt machen, was er will. Die Volatilität ist dagegen im ungesicherten Bereich zu finden. In Dänemark beispielsweise sind wir aktuell im ungesicherten Bereich drin. Ungesichert bedeutet in diesem Falle, dass wir im freien Energiemarkt unterwegs sind.

Redaktion: … wo dann wieder Prognosen Ihres Teams vonnöten sind.

Daniel Regensburger: Da haben wir tatsächlich eine eigene Abteilung. Die tut den ganzen Tag über nichts außer die Strommärkte zu analysieren und zu schauen, wie sich diese eventuell künftig entwickeln könnten. Wenn zum Beispiel Spanien oder Portugal plötzlich wieder in die Atomkraft einsteigen wollen, würde das Angebot auf der iberischen Halbinsel deutlich ausgeweitet werden. In dem Szenario fallen die Preise. Wenn die Megawattstunde dann zuerst an der Strombörse 100 Euro kostet und später nur noch zehn Euro, bekommen wir am freien Markt eben entsprechend weniger.

Der Blue Energy ist jetzt eine halbe Milliarde Euro schwer.

Redaktion: Welche wichtigen Meilensteine haben Blue Energy und Blue Living dieses Jahr genommen?

Daniel Regensburger: Zunächst hätten wir da einen volumenseitigen Meilenstein genommen: Der Blue Energy ist jetzt eine halbe Milliarde Euro schwer. Wir wachsen da weiterhin wahnsinnig schnell. Weiterhin haben wir dieses Jahr den ersten Energiespeicher angebunden. Ohne Energiespeicher ist diese ganze nachhaltige Transformation nicht hinzubekommen. In diese Technologie werden wir weiter reingehen, das hat uns sehr gut gefallen.

Bei Blue Living ist es gerade so, dass wir nach und nach Projekte fertigstellen. Erst letzte Woche waren wir bei der Blue-Living-Tour. Wenn man da vor den Sandgruben steht, überspitzt gesagt, da braucht man schon Vorstellungskraft. Aber da entstehen Hunderte von Wohnungen. Unser Sprung herüber in die USA war ein weiterer wichtiger Meilenstein. Da haben wir ein paar Objekte im Sun Belt gekauft, Miami, Dallas. Einerseits ist der Markt dort ein anderer, andererseits ist das simple Diversifikation.

Redaktion: Was passiert bis Jahreswechsel noch bei den Pangaea Life Fonds? Worauf freuen Sie sich besonders?

Daniel Regensburger: Erst einmal wären da jede Menge Fertigstellungen. Bei Blue Living muss man sich das so vorstellen: Von der Kiesgrube bis zu dem Moment, wenn Menschen in das Haus einziehen, geht eine gewisse Zeit ins Land. Wenn es dann aber zum Einzug kommt, geht das wahnsinnig schnell. In einem Berliner Objekt zum Beispiel hat es drei Wochen gedauert, bis 253 Wohnungen vermietet waren.

Der Trend geht in Richtung Hybridisierungsprojekte.

Beim Blue Energy Fonds haben wir ein paar neue Projekte in der Prüfung. Da schauen wir uns gerade an, wo wir tatsächlich einsteigen. Der Trend geht in Richtung Hybridisierungsprojekte. Da wird es in Zukunft womöglich nicht mehr nur Photovoltaik oder Windkraft allein in einem Projekt haben. Mehr wollen wir da aber noch nicht verraten – da lohnt es sich, die Bayerische und Pangaea Life im Auge zu behalten.

Weitere Informationen zu den Pangaea Life Fonds finden Interessierte hier auf Umdenken. Und im Beitrag “Blauer Planet sieht rot” stellen wir weitere Informationen zum Europäischen Grünen Deal zur Verfügung.

Titelbild: © Denis Feldmann / stock.adobe.com, Beitragsbild: © die Bayerische

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NewFinance Redaktion
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