Joachim Zech: “Im Sportsponsoring gilt: Money can’t buy moments”

So wie der TSV 1860 München zur Bayerischen gehört, gehört auch das Sponsoring zum Sport. Welche Vorteile birgt Sponsoring? Und wie können auch einzelne Vermittler die Öffentlichkeitsarbeit für sich nutzen? Wir haben mit zwei Experten gesprochen, die seit Jahren im Sport-Sponsoring erfolgreich tätig sind. Joachim Zech, Marketingleiter der Bayerischen und Henning Trenkamp, Versicherungsmakler und Sponsor des GW Brockdorf, verraten mehr im Interview.

Redaktion: Fußball ist die Sportart mit dem größten Sponsoringpotenzial in Deutschland. TSV 1860 München und die Bayerische – was verbindet die Bayerische und den Verein außerhalb der Löwen?

Joachim Zech: Unser Fit mit dem TSV 1860 München ist extrem gut und man kann schon sagen, dass er im deutschen Profifußball seinesgleichen sucht. Beide haben die Wurzeln in München, selbst die Gründung fand fast zur gleichen Zeit statt. Der Löwe im Wappen, beziehungsweise im Logo, und die Farbe Blau spielen ebenfalls eine sehr große Rolle. Außerdem teilen wir viele Werte, die auch den Verein ausmachen. Beide Parteien sind mit einer großen Tradition verbunden. Das macht unsere Partnerschaft so glaubwürdig und authentisch. 

Redaktion: Herr Trenkamp, wieso haben Sie sich dafür entschieden, Sponsor des GW Brockdorf zu sein?

Henning Trenkamp: Um ehrlich zu sein, ist es bei mir ein Zusammenspiel einer Menge Faktoren. Da spielt die Verbundenheit zum Verein mit rein, allgemeine Liebe zum Fußball, eine Affinität zu Fußballtrikots, vielleicht ein Schuss Selbstverwirklichung und vor allem aber auch meine große Liebe zu den Kids der G-Jugend. 

Ich habe selber früher für Grün/Weiß Brockdorf die Schuhe geschnürt, heute spielt mein sechsjähriger Sohn dort in der G-Jugend. Da mein im vergangenen Jahr gegründetes Start-up werversichert.es ganz ordentlich läuft und es schon immer mein Traum war, mal ein eigenes Trikot zu designen, ergriff ich die Chance.

Sponsoring Henning Trenkamp
GW Brockdorf mit den gesponsorten Trikots von Henning Trenkamp.
Redaktion: Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Sponsoring?

Joachim Zech: Zum einen wollen wir die Reichweite und den sensationell guten Marken-Fit zwischen uns und dem TSV 1860 nutzen, um unsere Bekanntheit und unser Image zu steigern. Zum anderen verfolgen wir auch vertriebliche Ziele. So wollen wir die Löwenfans zu Fans der Bayerischen machen und Fans der Bayerischen logischerweise dann auch zu unseren Kunden. Ebenso verfolgen wir mit der Partnerschaft auch Ziele im Bereich „Employer Branding“. Dieses Branding wollen wir dann nutzen, um Mehrwerte für unsere Mitarbeitenden zu schaffen, neue Fachkräfte für unser Unternehmen zu gewinnen und diese auch langfristig an unser Unternehmen zu binden.

Henning Trenkamp: Wie bereits angedeutet, ist die Idee zu dem Sponsoring bei mir eher aus emotionalen Beweggründen heraus entstanden, weniger wegen des Marketings. Nichtsdestotrotz kann man sich das Sponsoring natürlich zunutze machen. Beispielsweise indem man Posts auf Facebook oder Instagram absetzt und so auf das Sponsoring, den Verein und die eigene Marke nochmal aufmerksam macht. 

In erster Linie freue ich mich nun, dass ich den Kids ein schönes Andenken an ihre erste Fußballmannschaft schenken konnte. Außerdem habe ich durchweg positives Feedback der Eltern bekommen.

Redaktion: Für wen sind Sponsorings geeignet?

Joachim Zech: Im Grunde genommen muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden, ob die Plattform „Sportsponsoring“ das richtige Vehikel ist, um bestimmte Ziele zu erreichen. Was man sagen kann ist, dass der Sport eine sehr emotionale und reichweitenstarke Plattform ist. Er bietet mittlerweile sehr breitgefächerte Umsetzungsmöglichkeiten.

Wichtig dabei ist, dass bei der Wahl der Partnerschaft der Marken-Fit und ein glaubwürdiges Storytelling zusammenpassen, um vollumfänglich die gesteckten Sponsoringziele zu erreichen.

Henning Trenkamp: Ich denke, man sollte sich sowas vorher sehr gut überlegen. Aus der Vergangenheit kann ich die Erfahrung teilen, dass falsch gewählte Sponsorings gerade lokal auch für Missstimmungen sorgen können. Mein Vater ließ sich früher mal von einem Kunden zu einem Sponsoring überreden. Daraufhin standen dann plötzlich mehrere andere Kunden auf der Matte, die ebenfalls ein Engagement anfragten. Seither lässt er lieber die Finger davon. 

Redaktion: Seit 2021 sponsert die Bayerische mit der Organisation Berlin International Gaming (BIG) auch den E-Sport. Wie unterscheidet sich E-Sponsoring von normalem Sponsoring?

Joachim Zech: Eine Unterscheidung zwischen E-Sponsoring und „normalem Sponsoring“ würde ich nicht treffen. Sponsoring ist Sponsoring. Wo es natürlich Unterschiede gibt, ist in den Bereichen „Reichweiten“, „Zielgruppe“, „Vertriebs- und Werbemöglichkeiten“. Der Unterschied zum herkömmlichen Sponsoring ist, dass sich Aktivitäten wirklich sehr exakt messen lassen. Somit erreichen Werbetreibende eine extrem hohe Transparenz und Wirksamkeit bei passgenauer Ausspielung.

Bevor wir das Sponsoring mit BIG eingegangen sind, haben wir natürlich genau diese Bereiche analysiert und eruiert. Heraus kam eine Zielgruppe, die jung, digital affin und gut gebildet, mit einem überdurchschnittlichen Einkommen ist. Diese Zielgruppe legt allerdings auch viel Wert auf authentisches Storytelling und Qualität. Somit müssen wir mit kreativen und glaubwürdigen Content-Maßnahmen sowie maßgeschneiderten Produkten zielgerichtet arbeiten und Mehrwerte  schaffen.

Redaktion: Was halten Sie von E-Sport, Herr Trenkamp?

Henning Trenkamp: In Bezug auf Sponsoring ist der Markt vermutlich riesig, insbesondere wenn man als Sponsor eine junge Zielgruppe hat. Liest man mal in Internetforen, kennen die Kids viele Profis des E-Sports, es sind teilweise sogar ihre Idole. Das ist dann für Sponsoren natürlich sehr interessant.

Redaktion: Wie können Vermittler von einer Sponsoring-Partnerschaft profitieren?

Joachim Zech:

„Money can’t buy moments“

Ob einmalige Spieltagserlebnisse mit Kunden oder Geschäftspartnern, maßgeschneiderte Produkte und eine große Palette an Vernetzungs- und Kommunikationsmöglichkeiten – Die Vertriebsmöglichkeiten sind sehr vielseitig. Das wirkt sich auch sehr positiv auf die Entwicklung der Vertriebszahlen aus.

Redaktion: Was würden Sie anderen Branchenkollegen raten, die sich ebenfalls einen Sponsoringpartner suchen möchten?

Henning Trenkamp:

„Wähle weise!“

Idealerweise hat man natürlich eine Zielgruppe, die man perfekt mit einem darauf abgestimmten Sponsoring ansprechen kann. Es ist also gut zu überlegen, wer die Zielgruppe ist und womit man sie triggern kann. Mir fallen spontan Kollegen ein, die sich zum Beispiel auf Besitzer von Vierbeinern spezialisiert haben. Da gibt es sicherlich viele Wege für ein kreatives Sponsoring.
Oder man macht es wie ich und sponsert einfach aus purer Lust. Die Sportvereine werden es einem immer sehr danken! 

Redaktion: Von welchem Verein verpassen Sie privat kein Spiel?

Joachim Zech: Natürlich von den Löwen. Auch wenn ich 1860 nicht immer live sehen kann, da die Familie in Berlin lebt, verpasse ich zumindest keine Live-Übertragung der Sechziger. Und als Hamburger Jung steht der HSV auch immer mit oben auf der Liste.

Henning Trenkamp: Trotz der seit Jahren anhaltenden Abwärtsspirale: Werder Bremen! Als kleiner Junge nahm mein Vater mich mal mit ins Weserstadion. Werder verlor 0:4, ich wiederum verlor mein Herz für immer an diesen Verein.

Titelbild: @ die Bayerische, Beitragsbild: Henning Trenkamp

Autor

Marina Hindelang
Die gebürtige Allgäuerin ist mittlerweile nicht mehr nur in der Medien- und Kommunikationsbranche zu Hause, sondern fühlt sich auch in München wohl. In ihrer Freizeit findet man sie in der Natur in den Bergen oder beim Salsa auf dem Tanzparkett. Bei NewFinance dreht sich bei ihr dagegen alles um redaktionelle Inhalte im Onlinebereich.

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