Die neue Meine-eine-Police: „Unvergleichbar“ gut?

Die neue Meine-eine-Police der Bayerischen kann jetzt noch mehr. Warum sich jeder Vermittler mit dem Premium-Produkt und seinen Vorteilen auseinandersetzen sollte und wo die vertrieblichen Herausforderungen liegen, erläutert Max Buddecke, Vorstand der Bayerische ProKunde AG und Leiter des Partner- und Kooperationsvertriebs, im Interview.

Redaktion: Wie unterscheidet sich die Meine-eine-Police von anderen Versicherungsprodukten auf dem Markt?

Maximilian Buddecke: Wenn wir uns in der Branche über Kompositprodukte unterhalten, sprechen wir im klassischen Sinne über Einzelprodukte. Diese werden den Vergleichsrechnern angepasst und alles andere bleibt zunächst außen vor.

Die Meine-eine-Police ist hier ein etwas anderes Produkt – mit einem anderen Ansatz. Deshalb passt sie auch nicht in einen Vergleichsrechner. Das ist Segen und Fluch zugleich. Segen, da es dem Vermittler ein echtes Alleinstellungsmerkmal bietet, Fluch, da Vermittler über den Vergleichsrechner keine Bekanntschaft mit dem Tarif schließen.

Redaktion: Welche Fragen hat sich die Bayerische bei der Überarbeitung der Meine-eine-Police gestellt?

Maximilian Buddecke: Die Meine-eine-Police ist ein umgeschriebenes Bedingungswerk. In der Schadensabwicklung macht es das für den Kunden deutlich entspannter. Er meldet den Schaden und sollte dieser nicht explizit ausgeschlossen sein, kann er sich sicher sein: von uns wird geleistet. Speziell bei der Überarbeitung haben wir uns Mühe gegeben in die Upper Class der Bedingungswerke aufzuschließen. Auch unvorhergesehene Risiken – wie beispielsweise Wildschweine, die den Garten umgraben – sind mitversichert. Hier haben wir tatsächlich Beispiele, welche es zu einem solchen Schadensfall gekommen ist. Gar nicht so selten übrigens.

Redaktion: Geht die Bayerische mit dieser Beweislastumkehr nicht eigentlich auf Risiko?

Maximilian Buddecke: Eine spannende Frage. Natürlich ist es so, dass Bedingungswerte bei Einzeltarifen ohnehin schon sehr gut sind. Die Meine-eine hat das noch verbessert. Und im Kern sind wir schließlich dazu da, Risiken zu tragen. Wir verstehen uns auch als Versicherer, der leisten will. Ein gutes Beispiel für unsere Leistungsphilosophie: Das Sturmtief Bernd.

Die Meine-eine ist zudem kein Lowbudget-Produkt. Wir wollen eine Police zu einem fairen Preis mit einer sehr guten Leistung. Dementsprechend sind entsprechende Risiken einkalkuliert. Unerwartete Schadensfälle treten natürlich dennoch ein – siehe Wildschweine.

Redaktion: Für die Bausteine Hausrat-, Haftpflicht- und Wohngebäudeversicherung gibt es nachhaltige Leistungen. Wie sehen diese konkret aus?

Maximilian Buddecke: Für nachhaltige Produkte haben wir grundsätzlich unsere Tochterfirma Pangaea Life. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bayerische nicht auch als Mutterkonzern nachhaltig agiert. Wir sind mittlerweile über drei Jahren durch Emmisionskompensation klimaneutral aufgestellt. Das gilt selbstverständlich auch für die Kapitalanlage im Sachversicherungsbereich. Die Kapitalanlage als solche entspricht den ESG-Kriterien und ist nachhaltig aufgebaut.

Ebenso entsprechende Bausteine der Meine-eine-Police. Um hier exemplarisch die Hausratversicherung zu nennen: Wer in Folge eines Wasserschadens ein neues Elektrogerät anschaffen muss, zahlen wir einen Aufpreis für höhere Energieeffizienz. Ebenso bei nachhaltigen Böden.

Redaktion: Nachhaltigkeit spielt nicht nur bei Thema Wohnen eine Rolle, sondern auch in der Mobilität. Das Stichwort Ladestation verknüpft beide Posten. Inwieweit sieht die Meine-eine hier eine Absicherung vor?

Maximilian Buddecke: Mitversichert ist hier eine Wandladestation oder auch Wallbox für Elektroautos am zur versicherten Wohnung gehörenden Stellplatz. Das beinhaltet sowohl Carports als auch Garagen.

Redaktion: Wie kam es zu der Idee, den Rechtsschutzbaustein in das Produkt einzubauen?

Maximilian Buddecke: Die Meine-eine hat im Kern den Gedanken alles in einer Police zu vereinen. Rechtsschutz ist hier ein relevanter Baustein. Daher war es nur logisch, auch – gemeinsam mit unserem Partner ROLAND Rechtsschutz – diesen Baustein zu implementieren.

Redaktion: Wenn Wohngebäude- und Hausratversicherung noch on top mit der Roland Rechtsschutz Police versehen werden, ist der Plan, ein Allmachtsprodukt aus der Meine-eine zu machen, das wirklich alle Risiken absichert?

Maximilian Buddecke: Eigentlich wollen wir mit der Meine-eine Police die Weltherrschaft an uns reißen. Aber im Ernst: Natürlich gibt es Überlegungen, die Meine-eine noch zu erweitern und beispielsweise das Thema Kfz zu integrieren. Mit einem wirklich allumfassenden Paket könnte der Kunde natürlich ganz anders kalkuliert werden. Auch der „Flatrate-Gedanke“ hinsichtlich des Jahres-SB macht die Kalkulation auf Kundenseite einfacher. Ein Modell, das laut Zukunftsforschern ohnehin nicht ganz unwahrscheinlich ist. Der Nachteil wäre der finanzielle Aspekt. Um wirklich alles abzusichern, kommen wir nicht mit nur 100 Euro monatlich hin.

Redaktion: Sie sagen gerade hinsichtlich Vergleichsrechnern ist es schwierig, das Produkt zu etablieren. Was würden Sie denn mit einem Fingerschnippen ändern, damit es die Meine-eine hier leichter hätte?

Maximilian Buddecke: Auch wenn mir das vermutlich einen Shitstorm einbringt: Ich wünsche mir, dass die Vergleicher Innovationen zulassen. Der Punkt ist der: Als Vergleicher musst Du, um sie vergleichen zu können, vergleichbar machen. Das ist die Meine-eine-Police schlichtweg nicht. Dafür hat sie einen anderen Vorteil: Vor Bestandsübernahmen oder auch „Bestandsraub“  – seien es Kollegen oder Apps – ist der Vermittler durch das Gesamtmandat der Bündelpolice relativ geschützt. Zudem steht die Police in vielen Sparten einfach außer Konkurrenz. Mir ist bewusst, dass es technisch eine große Herausforderung darstellt, aber die Chance, auch solche Produkte in Vergleichsportalen herauszustellen, würde ich sehr begrüßen. Bis dahin meine Empfehlung an jeden Vermittler: Lest die Bedingungen.

Titelbild: © die Bayerische

Autor

Stephanie Gasteiger
Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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