Vom Azubi zum Vorstand: „Wir waren sofort willkommen“

In Zeiten von Fachkräftemangel und alternder Bevölkerung nimmt der Nachwuchs einer Branche einen noch höheren Stellenwert ein als ohnehin schon. Schließlich ist er im wahrsten Sinne des Wortes die Zukunft. Wir werfen einen speziellen Blick auf die Auszubildenden der Bayerischen.

Fünf Freunde 

Im vergangenen Jahr haben sich fünf Auszubildende für den Karrierestart bei der Bayerischen qualifiziert. Leicht fällt die Entscheidung nach dieser wichtigen Weichenstellung aktuell nicht – seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie herrscht Unsicherheit. Erstens hinsichtlich der Frage nach Studium oder Ausbildung, zweitens die nach der Branche und der Ausrichtung. „Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt zu studieren“, berichtet zum Beispiel Fernando, einer der fünf neuen Azubis der Bayerischen. „Aber dann war ich mir wegen der Pandemie sehr unsicher. Also habe ich mich anderweitig informiert und bin auf die Versicherungsbranche gestoßen.“ 

Der Ausbildungsstart verlief „sehr reibungslos“, „informativ“, grundsätzlich also durchweg positiv. Natürlich waren auch Ängste und Sorgen dabei – doch diese schwanden schnell, „da man sich sofort wohl und willkommen gefühlt hat“, erklärt Mertcan, Azubi im Betriebs-Service-Center. „Man hatte auch immer zuverlässige Ansprechpartner, falls mal etwas nicht sofort verständlich war.“ Die Azubis seien von Anfang an als Verstärkung angesehen worden, ergänzt Fernando. Und weiter:

„Ich war mehr als nur zufrieden mit meiner Entscheidung, die Bayerische gewählt zu haben.“

Azubine Elena wiederum hob das Gemeinsame mit ihren neuen Kollegen hervor. „Die Azubi-Pausen haben nicht nur uns fünf zu echten Freunden gemacht, sondern auch näheren Kontakt zu den anderen Azubis aus dem zweiten und dritten Ausbildungsjahr ermöglicht.“ 

Warum Versicherung? 

Doch was bewegte die neuen Azubis dazu, den Einstieg in die Versicherungsbranche zu wagen? Die Motivation für diesen Schritt gestaltete sich für jeden von ihnen anders. Die Versicherungsbranche gehe alle Menschen etwas an und sei unverzichtbar, erklärte zum Beispiel Ausbildungsanfänger Dennis. Für ihn steht das Lernen im Vordergrund, verriet er uns – und letztendlich Versicherungsangebote zu verbessern, um möglichst viele Menschen bestmöglich zu unterstützen. 

Mertcan wiederum gab an, dass die Vielfalt der Branche ihn lockte: „Sie hat sehr viel zu bieten und ich möchte einfach mehr darüber wissen und tiefer in der Materie drin sein.“ Und Fernando zeigte sich von der Resilienz der Versicherungsbranche gegen globale Krisen wie die Coronavirus-Pandemie beeindruckt. „Eine Branche, die während einer weltweiten Pandemie eines der umsatzstärksten Jahre aufweisen kann – so etwas kann schon sehr stark überzeugen.“ Weiterhin haben ihn, so erklärte der Azubi, die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten interessiert. „Es ist sehr wichtig für mich, dass ich immer dazu lernen kann – ich will mein volles Potenzial ausschöpfen.“

Vorurteile im engsten Kreis

Auch wollten wir wissen, wie der Freundes- und Familienkreis der fünf Azubis auf ihre Entscheidung reagierte. Eine kleine Stichprobe, die allerdings bei allen Fünfen vorrangig positive Ergebnisse zeigte. „Sie waren begeistert“, berichtete Azubi Dennis. Fernando wiederum bekam eine größere Bandbreite an Reaktionen zu hören. „Da war von ‚jetzt kann ich endlich mal eine gute Versicherung abschließen‘ bis ‚jetzt kannst du auch Leuten das Geld aus der Tasche ziehen‘ alles dabei“, wusste der Azubi zu erzählen. 

„Vor allem bei Freunden, die noch keinen Ausbildungsplatz hatten, konnte ich mit meinen Erzählungen einen Reiz setzen – sie wollten sich dann auch gleich nach Ausbildungen bei Versicherungen erkundigen.“ – Niclas, Azubi im ersten Ausbildungsjahr

Und sowohl Elena als auch Mertcan berichteten von Stolz vonseiten der Familie, aber auch von anfänglichen Scherzen. „Immer, wenn das Thema Versicherung aufkam, hieß es: ‚Aber wehe, du versuchst uns jetzt eine Versicherung anzudrehen!‘. Das hat sich aber schnell gelegt und jeder war dann stolz, dass ich diese Tätigkeit ausüben möchte“, sagte Elena dazu. In ihrer Familie sei sie die Einzige, die diesen Beruf ausübt. Und vor allem hinsichtlich des generellen Images der Branche resümiert Mertcan: „Ich finde es schade, dass sich viele Jugendliche durch externe Beeinflussungen sehr schnell verunsichern lassen und diesen Weg dann nicht gehen wollen, obwohl dieser Schein am Ende trügt.“

Aufklärungsarbeit: Die Ideen der Azubis

Diese Reaktionen aus dem engsten Kreise der neuen Azubis konnte einen kleinen Ausschnitt dessen zeigen, wie die öffentliche Meinung über die Versicherungsbranche ist. Nun, da sie ihre ersten Prüfungen geschrieben und einen Überblick darüber erhalten haben, wie die Branche im Inneren funktioniert, sind sich die fünf Azubis darüber einig, dass Versicherungen Aufklärungsarbeit leisten müssen. Elena schlägt vor, dass mehr Versicherungen auf Informationsveranstaltungen vonseiten der Schulen vertreten sein sollten.

„So können sie zukünftigen Arbeitnehmern einen Einblick in die Versicherungswelt geben.“  – Elena, Azubine im ersten Jahr

Ähnlicher Meinung ist Fernando: Versicherungen sollten klarmachen, dass ihre Produkte das Leben unterstützen und den Kunden finanziell absichern. Und Dennis sieht die Berufsmessen als besten Ort für eine bessere Aufklärung darüber, was moderne Versicherungskaufleute tatsächlich tun.

Zukunftsaussichten

Auch Martin Gräfer, Vorstandsmitglied der Bayerischen, fing einst als Azubi an – ein Weg, den sich die neue Generation auch vorstellen könnte? Für alle Erstsemester steht fest, dass sie zunächst ihre ganze Energie in die Ausbildung stecken und diese mit dem bestmöglichen Ergebnis abschließen. Danach heißt es, die Karriereleiter zu erklimmen. „Eventuell studiere ich nach der Ausbildung noch fachspezifisch, um mich weiterzubilden“, verriet Azubi Fernando. Für ihn ist es ein schrittweiser Prozess, die Zukunft noch offen. Dennis wiederum möchte so viel wie möglich über die verschiedenen Abteilungen lernen und sich gegebenenfalls für höhere Positionen qualifizieren. 

„Ich persönlich möchte mich so weit wie möglich hocharbeiten und selbstständig, mit beiden Beinen fest im Leben stehen.“ – Elena

Ähnlich sehen es Niclas und Mertcan – die Ausbildung geht vor. Was der Aufstieg danach bringen mag, ist noch nicht in Stein gemeißelt. „Das ist jetzt die Zeit, in der man an Reife und Erfahrung gewinnt. Ich denke, dass es eine sehr gute Zeit werden kann“, sagte Mertcan dazu. Und Niclas arbeitet darauf hin, sich später in dem Bereich, in dem er sich am wohlsten fühlt, weiterzuentwickeln.

Titelbild: @contrastwerkstatt/ stock.adobe.com

Autor

Lars-Eric Nievelstein
Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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