Sustainable Finance: Die Zukunft der Anlage

Auf der ganzen Welt unternehmen Politik und Wirtschaft Anstrengungen, um dem Klimawandel entgegen zu treten. Die Europäische Union (EU) hat dazu die „Green New Deal“-Strategie entworfen. Was tut Deutschland auf nationaler Ebene für den Klimaschutz und was bedeutet das für die Bayerische?

Megatrend Nachhaltigkeit

Grüne Produkte werden immer beliebter. Wie das Umwelt-Bundesamt berichtet, stiegen die Umsätze für „grüne“ Produkte zwischen 2011 und 2017 auf 46,7, Milliarden Euro (von 27,2 Milliarden Euro). Kunden wählen immer häufiger „verantwortliche Investments“. Der Markt entwickelt sich derzeit rapide weiter. Die EU hat dafür unter dem Dach „Green New Deal“ ein Maßnahmenpaket entwickelt, das mit verschiedenen Ansätzen für ein grüneres Europa sorgen soll. Weitere Informationen dazu finden Interessierte in diesem Beitrag: Zukunftspläne der EU.

Sustainable Finance in Deutschland

Nun stellt sich die Frage: Was tut Deutschland auf nationaler Ebene, um einen Beitrag zu leisten und sich an die Vorgaben der EU zu halten? Der BMF-Ressortbericht Nachhaltigkeit 2021 des Bundesministeriums der Finanzen gibt Aufschluss darüber. Dem BMF zufolge haben die Finanzmärkte eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung von Staaten und Haushalten, egal, ob es um größere oder kleinere Projekte geht. „Sustainable Finance ist ein wichtiger Pfeiler der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“, heißt es in dem Bericht. Darum setzt sich das BMF für die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen ein, damit Nachhaltigkeitsrisiken besser in Wirtschaftsentscheidungen berücksichtigt werden können. Dabei hat es einen Schwerpunkt auf Transparenz gelegt – langfristig soll das die Nachhaltigkeitsorientierung von Wirtschaftsakteuren stärken.

Details zu Sustainable Finance

Im ersten Schritt hat das BMF bereits im Juni 2019 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Sustainable Finance-Beirat ins Leben gerufen. Dieser entwickelte in den darauf folgenden Jahren eine Strategie für Sustainable Finance, die der dann in diesem Jahr veröffentlichte. Diese umfasst die folgenden Oberpunkte:

  • Sustainable Finance auf globaler und europäischer Ebene stärken: Darunter fallen zum Beispiel Maßnahmen das Voranbringen der europäischen Sustainable-Finance-Agena, die Weiterentwicklung der EU-Taxonomie und die Stärkung gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung.
  • Transparenz verbessern: Dazu gehören die Stärkung der nichtfinanziellen Unternehmensberichterstattung, eine „Nachhaltigkeitsampel“ für Anlageprodukte und ein verbesserter Zugang zu nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmensinformationen.
  • Stärkung vom Risikomanagement und der Aufsicht: Hier sieht die Strategie konkret eine Stärkung der BaFin vor.
  • Methoden zur Wirkungsmessung verbessern und umsetzen.
  • Transformation finanzieren: Hier steht zum Beispiel die Transformation der KfW-Bank zur „Transformationsbank“ auf dem Papier.
  • Der Bund am Kapitalmarkt: Dazu gehört etwa die Einrichtung einer grünen Bund-Renditekurve.
  • Institutionen stärken, Wissen teilen: Eines der Ziele ist kompetente Beratung durch eine Sachkundeprüfung und ein breites Weiterbildungsportfolio, ein anderes die bessere Information der Anleger.
  • Kurzfristig steht außerdem das Schaffen effizienter Strukturen für die Umsetzung der ganzen Strategie auf dem Plan.

Sämtliche kleineren Ziele hat das BMF in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele unterteilt. Weitere Informationen dazu gibt es in der „Deutschen Sustainable Finance-Strategie“.

Grüne Bundeswertpapiere

Als großen Meilenstein identifiziert der Bericht weiterhin die Emission des ersten Grünen Bundeswertpapiers. Am 2. September 2020 erfolgte die Begebung der Grünen Bundesanleihe mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Euro. Diese konnte Deutschland „als führenden Sustainable Finance-Standort“ stärken. Langfristig stehen regelmäßige neue Emissionen Grüner Bundeswertpapiere auf dem Plan. Die Laufzeiten orientieren sich dabei an denen von konventionellen Wertpapieren. Ein im Folgejahr der Emission erscheinender Allokationsbericht soll für zusätzliche Transparenz sorgen. Dieser legt unter anderem offen, welche Ausgaben den grünen Emissionserlösen zugehören.

Ein Green Bond Framework legt die Rahmenbedingungen der von Emittenten begebenen grünen Wertpapiere. Es schafft die Regeln dafür, welche Standards gelten und welche Ausgabenbereiche vorgesehen sind. Am 24. August 2020 veröffentlichte der Bund sein Green Bond Framework. Dieses sieht zum Beispiel vor, dass Grüne Bundeswertpapiere den. Von der International Capital Market Association (ICMA) veröffentlichten Green Bond Principles (GBP) folgen. Als grün erkannte Ausgaben müssen die zentralen Ziele des deutschen Klimaschutzprogramms berücksichtigen.

Die Offenlegungs-VO

Weiterhin soll die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Offenlegungs-VO) einheitliche Offenlegungspflichten für institutionelle Anleger, Versicherungsvermittler und Anlageberater festlegen. Langfristig, soweit der Plan, sorgt diese Maßnahme für ein stärkeres Bewusstsein und Transparenz über mögliche Nachhaltigkeitsrisiken und mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt vonseiten der Finanzprodukte. Auch hier existiert eine europäische Richtlinie, die gleichzeitig für Einheit unter den europäischen Ländern sorgen soll – die BaFin ergänzt diese auf nationaler Ebene mit weiteren Maßnahmen. Nähere Informationen darüber finden Interessierte unter diesem Beitrag: BaFin will Anleger besser schützen.

Mit nachhaltigen Produkten punkten

Und zuletzt unterstützt das BMF die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Bankengruppe als „eine der weltweit führenden transformativen Förderbanken“. KfW-Finanzierungen kommen Megatrends wie Klimawandel, Umwelt und sozialem Wandel zugute. Bis zum Jahr 2050 hat sich die KfW vorgenommen, ihr Portfolio ganz im Sinne des Paris-Abkommens klimaneutral zu halten.

So reagiert die Bayerische

Die Bayerische hat bereits seit mehreren Jahren mit der nachhaltigen Tochterfirma Pangaea Life eine Antwort auf die sich verändernden Vorgaben und Regulationen. Erst vor ein paar Tagen feierte die Pangaea Life auf der DKM 2021 eine Premiere: Im Oktober ging der Blue Living Fonds an den Start, der nachhaltige Investitionen in Wohnanlagen tätigt. Nachhaltige Finanzprodukte liefern auch im War for Talent entscheidende Vorteile.

Alle wichtigen Informationen zur Pangaea Life gibt es unter diesem Link.

Titelbild: ©Tomasz Zajda/stock.adobe.com

Autor

Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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