Plastik ist das neue Beton!

Kunststoff(-müll) liegt zur Genüge auf den Straßen dieser Welt. Jetzt soll der Umweltverschmutzer beim Probleme lösen helfen: Straßen aus Plastik, lautet die neue Idee. Wieso das niederländische Unternehmen PlasticRoad ausgerechnet auf Kunststoff setzt? Wir berichten.

Straße oder Buckelpiste?

Jeder Auto- und Fahrradfahrer kennt sie, denn sie sind verhasst und gefürchtet: Schlaglöcher. So manch eine Kfz-Versicherung musste sich schon um die Schäden kümmern, die durch sie entstehen. Und in Deutschland sind sie leider nicht allzu selten: Im internationalen Ranking zur Straßenqualität steht die Bundesrepublik nur auf Platz 22 der 142 untersuchten Länder. Ganz oben stehen Singapur, die Niederlande und die Schweiz. Doch auch unser Nachbarland Österreich liegt ganze 16 Plätze vor Deutschland. Wie die Schlaglöcher unter anderem entstehen? Weltweit werden beispielsweise etwa 27 Prozent aller Straßen durch Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen. Doch könnte damit bald Schluss sein?

Die große Fliegenklatsche

Nicht ganz. Doch wenn es nach einem neuen Zukunftstrend geht, dann sind Straßenschäden bald die Ausnahme, nicht die Regel sowie einfacher und billiger zu reparieren. Doch dem nicht genug. Gleichzeitig soll auch noch die Umwelt dadurch geschützt und die Müllansammlung reduziert werden. Wie sind all diese Fliegen mit einer Klappe zu schlagen? Durch Straßen aus Plastik. Jeden Tag fallen Unmengen an Plastikmüll an, der bekanntermaßen nur sehr langsam von alleine verschwindet. Deshalb überlegen verschiedenste Unternehmen schon seit Jahren, wie man Plastikmüll sinnvoll reduzieren oder wiederverwenden kann. Mittlerweile gibt es so einige Start-ups, die Betonstraßen durch Plastikstraßen ersetzen wollen.

Plastischer (Straßen)Chirurg 

Das niederländische Unternehmen „PlasticRoad“ erstellt Straßenmodule aus recyceltem Plastikgranulat. Anstatt Joghurtbecher, Strohhalme und ähnliches auf umweltschädliche Art zu verbrennen, werden diese geschreddert und in Bausteine für das Straßensystem verwandelt. Die Elemente sind leicht und können bei Beschädigung deutlich simpler ausgetauscht werden als eine herkömmliche Straßenreparatur. Kaputte Module können recycelt und wieder zu neuer Straße verarbeitet werden. Außerdem sind intelligente Sensoren verbaut, die Informationen über Nutzung, Zustand und Temperatur liefern. Getestet wird das ganze laut SZ derzeit in den Niederlanden:

„Erste Pilotprojekte wurden in den niederländischen Gemeinden Zwolle und Giethoorn gebaut, jeweils in Form eines 30 Meter langen Fahrradweges. Jede Bahn enthält etwa eine Tonne recycelten Kunststoff, das entspricht rund 218 000 Plastikbechern und einem viermal geringeren Gewicht als dem einer herkömmlichen Straße.“

Doch auch in der Schweiz und in Deutschland versuchen Start-ups, neue Straßen, statt mit Asphalt, mit Plastik zu bauen. Hierzulande ist es die Firma „Ecopals“, die in Potsdam eine 200 Meter lange Strecke aus ihrem Kunststoff-Fahrbelag herstellen durfte:

„Wir haben uns sehr gefreut, dass Potsdam die Verwendung von Alt-Plastik im Straßenbau als erste Stadt in Deutschland ausprobiert hat“, erklärt Jonas Varga, der 25-jährige Mitgründer des Start-ups, gegenüber dem Potsdamer Tagesspiegel. „Nach unseren Berechnungen wurden dadurch 2,2 Tonnen CO2 eingespart“.

In der Theorie sind die Straßen aus Plastik eine sehr gute Idee, um die Umweltbelastung im Straßenbau zu reduzieren und gleichzeitig sinnvolle Nutzungsarten für unseren Plastikmüll zu finden. Wie gut sie sich in der Praxis machen, wird sich jedoch erst durch Langzeittests zeigen.

Titelbild: ©encierro/stock.Adobe.com

Autor

Victor Massari
Victor Massari
Nach dem Abschluss seines Abiturs direkt an der Zugspitze in Bayern zog es den gebürtigen Garmischer in die Großstadt. In München studiert er jetzt Mediendesign und ist das jüngste Mitglied im Team der Online-Redaktion von New Finance.

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