Corona-Klima: Die Natur im Rebound

„Die stärkste Schrumpfung des menschengemachten CO2-Ausstoßes seit mindestens 60 Jahren“, ermittelten 13 internationale Klimaforscher in einem aktuellen Bericht. Während des längeren Stillstands der Wirtschaft konnte sich das Klima ein Stück weit regenerieren. Allerdings: Die Auswirkungen sind laut Experten nur von kurzer Dauer. Doch wie kurzfristig sind die Auswirkungen auf das Klima tatsächlich?

Emissionen sinken um ein Viertel

Für das Wissenschaftsmagazin „Nature Clima Change“ verfasste ein internationales Forschungsgremium Ende Mai 2020 einen ausführlichen Bericht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Corona-Pandemie eine drastische Auswirkung auf die weltweiten Kohlendioxidemissionen hat. Den Berechnungen zugrunde liegen Verkehrs- und Energieverbrauchsdaten der größten Volkswirtschaften der Erde. Zusammengenommen sind diese verantwortlich für mehr als 95 Prozent aller CO2-Emissionen weltweit.

Darauf basierend ermittelten die Wissenschaftler in Deutschland Anfang April eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um 26 Prozent gegenüber den üblichen Werten. Abhängig von andauernden Lockerungen prognostizieren die Forscher für das Gesamtjahr 2020 einen Rückgang der globalen Emissionen um 4,2 bis 7,5 Prozent. Dennoch: Der globale CO2-Ausstoß sei selbst auf dem Tiefpunkt der vergangenen Wochen immer noch so hoch gewesen wie im Durchschnitt des Jahres 2006.

Presse warnt vor Klima-Missverständnissen

Bereits nach den ersten Wochen des Lockdowns kursierten in den sozialen Medien Bilder vom blauen Himmel über China, von Tieren, die ihre Lebensräume zurückerobern und von klarem Wasser in den Kanälen von Venedig. Ein Sprecher des Bürgermeisters stellte gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN jedoch schnell klar:

„Das Wasser sieht jetzt klarer aus, weil es weniger Verkehr auf den Kanälen gibt, so dass das Sediment auf dem Grund bleiben kann. Das hat jedoch nichts mit der Wasserqualität zu tun.“

Und auch National Geographic warnt vor falscher Hoffnung. Auch, wenn die Corona-Krise Deutschland dabei helfe das Klimaziel für 2020 zu erreichen – im Vergleich zu 2019 will der Bund 30 bis 100 Millionen Tonnen CO2 einsparen – eine langfristige Verbesserung sei nicht der Fall. Dr. Johannes Schuler vom Fraunhofer-Institut vergleicht:

„In Bezug auf Emissionen gab es nach der Weltwirtschaftskrise 2008 einen kleinen Knick in der CO2-Bilanz im Folgejahr. Doch bereits 2010 stiegen die Emissionen auf das damalige Allzeithoch von 9,1 Milliarden Tonnen. Die Krise hat den weltweiten Trend der steigenden CO2-Emissionen und der damit einhergehenden Erderwärmung überhaupt nicht aufgehalten. Den Effekt sieht man auch in anderen Krisen.“

Aufholjagd der Emissionen

Nicht nur kurzfristig, sondern sogar verschlimmernd könnten sich die coronabedingten Ergebnisse auswirken. Laut Dr. Schuler seien die Einbrüche der CO2 Emissionen über die Folgejahre stets wieder aufgeholt worden. Zudem werde die Umwelt angesichts der Rezessionen schnell zum nebensächlichen Luxusproblem. Das beweist auch eine Studie aus Finnland: Nach der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 verlangsamte die Politik Prozesse zu Gunsten des Klimas stark oder schwächte diese ab. Felix Creutzig, Mitverfasser der „Nature Clima Change“ Erhebung sagt gegenüber dem SPIEGEL:

“Wir halten es für möglich, dass es einen Rebound gibt und die Emissionen 2021 und 2022 stark ansteigen werden.”

Der derzeitige Rückzug nütze daher wenig, wenn die Politik nicht die Chance zum Handeln ergreift. Laut Creutzig sollten nun ökonomische Strukturen geschaffen werden, die unabhängiger vom fossilen Energieerbrauch sind.

Wie umdenken?

Weltweit ist noch lange keine Unabhängigkeit von energetischer Nutzung aus Quellen wie Erdöl, Kohle oder Kernbrennstoffen zu erkennen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung entstanden in Asien und dem Nahen Osten im Jahr 2018 rund 55 neue Nuklearreaktoren. Dabei ist laut dem Focus keine Stromart für den Verbraucher so günstig, wie Wind-und Solarenergie. Selbst ältere Solaranlagen seien im Vergleich preissparend. Strom aus Atomenergie hat hingegen die höchsten Kosten.

Eine Möglichkeit in erneuerbare Energien zu investieren bietet hingegen Pangaea Life. Das Produkt unterstützt nachhaltige Alternativen wie beispielsweise Wind- oder Solarenergie. Interessierte können sich über Pangaea Life genauer über das Produkt sowie die Mission dahinter informieren.

Titelbild: ©Patryk Kosmider/stock.adobe.com

Autor

Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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