Am Steuer sitzt der Beifahrer: Pangaea Life investiert in Start-up Autonaut

Ein Klick und die Fahrt zwischen München und Stuttgart ist gebucht. Fahrer Andreas wird für die rund 200 Kilometer am Steuer sitzen. Für etwa zwei Stunden werden mehrere Fremde eine Zweckgemeinschaft eingehen. Tausche Geld gegen Fahrt. So ist eine normale Mitfahrzentrale organisiert. Was aber, wenn das Auto einem selbst gehört und der Mitfahrer das Steuer lenkt? Klingt im ersten Moment ungewöhnlich, könnte aber in den Augen der Pangaea Life die Mobilität der Zukunft sein. Autonaut nennt sich das Start-up, in welches der nachhaltige Versicherer investiert hat. Auf der Mobilitätsplattform IAA Mobility 2021 in München verkünden beide ihre Kooperation.

Die Mitfahrzentrale soll revolutioniert werden

Als die „neue Art der Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten” preist das Unternehmen sein Angebot an. Anders als bei normalen Mitfahrgelegenheiten steuert bei Autonaut der Mitfahrer das Fahrzeug des Autobesitzers – entweder für eine Teilstrecke oder über den gesamten Verlauf. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Lang- oder kurze Pendelstrecken handelt. Der Autobesitzer soll auf diese Weise eine entspanntere Transportmöglichkeit erhalten, einen „kostenfreien, privaten Chauffeur”, wie die Website verspricht. Der Fahrer muss dafür eine entsprechende Fahrqualifikation vorweisen. Liegt keine Drittfahrversicherung vor, kann diese über das Start-up für die Zeitspanne der Fahrt mitgebucht werden. Der Versicherer dahinter: die Pangaea Life. Daniel Regensburger, Geschäftsführer der Pangaea Life fügt hinzu:

„Wir sind stolz darauf, den Nutzern von Autonaut mit Pangaea Life einen Versicherungsschutz zu bieten, bei dem jeder Euro direkt in klimafreundliche Anlagen fließt. Gemeinsam machen wir jede Fahrt noch nachhaltiger.“

Als finanziellen Anreiz kommt der Fahrer, der den Autobesitzer in dessen Auto chauffiert, für eine geringe Gebühr im einstelligen Bereich an sein Ziel. Bis zu 90 Prozent sei der Fahrtpreise im Vergleich zu anderen Mitfahrgelegenheiten wie Bus und Bahn reduziert, verspricht Autonaut. Pangaea Life plant, den CO2-Ausstoß für jede über Autonaut getätigte Fahrt zu kompensieren.

Martin Gräfer: „Mitfahrzentralen sind Säule der Zukunft”

Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische, ist von dem Konzept überzeugt. „Mitfahrzentralen sind eine wichtige Säule für die nachhaltige Mobilität der Zukunft.“ Auf diese Weise könnten Berufspendler, anstatt stundenlang hinter dem Steuer zu sitzen, ihre Zeit produktiver nutzen. „Autonaut bietet die ideale Lösung, mit meinem Auto von A nach B zu kommen und die Fahrtzeit für wichtige Aufgaben oder etwas Erholung zu nutzen.“

Für wen eignet sich diese Art der Mitfahrzentrale? Das Start-up sieht sich im Premium-Bereich und richtet sich vor allem an Pkw-Berufspendler, Geschäftsleute und ältere Menschen, die längere und anstrengende Fahrten lieber zum Arbeiten, Entspannen und Lesen nutzen möchten, ihr Auto am Zielort aber benötigen. Aber auch junge Menschen ohne Auto könnten von dem Angebot profitieren.

Auch gegen Unfall während der Fahrt abgesichert

Kommt es während der Fahrt zu einem Unfall, übernimmt der Drittfahrerschutz der Pangaea Life im Schadensfall die zu zahlenden Vertragsstrafen und Beitragsnachforderungen sowie die Selbstbeteiligung des Autobesitzers. Die Versicherung wird über eine digitale API Schnittstelle aktiviert und bezahlt.

Wie auch bei normalen Mitfahrgelegenheiten bewerten sich Fahrer und Autobesitzer nach jeder Fahrt gegenseitig, um Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Da jede Fahrt samt Kilometeranzahl in der App vorliegt, kann Pangaea Life den anfallenden CO2-Ausstoß individuell berechnen. Im Anschluss möchte der Versicherer alle Emissionen durch die Förderung klimafreundlicher Projekte kompensieren lassen.

Pangaea Life und das Star-up Autonaut planen mit der Kooperation die Pkws, die ohnehin auf den Straßen unterwegs sind, maximal auszulasten und somit Ressourcen optimal einzusetzen. Damit möchten sie den Pro-Kopf CO2-Verbrauch im Straßenverkehr nachhaltig und messbar senken. Die Entwicklung der Autonaut App wird seit Januar 2020 durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt finanziell gefördert. Autonaut präsentiert sich auch auf der IAA 2021 an der Messe München vom 6. bis 12. September.

Titelbild: © zinkevych/stock.Adobe.com

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