Die Energiewende der EU: Sechs Maßnahmen für Europa

„Klimaziele 2030 dürften verfehlt werden“, titelte die Tagesschau kürzlich. Dabei mahlen die Mühlen der EU bereits. Doch welche Pläne gibt es genau und warum ist die Bayerische in diesem Kontext der beste Partner? Mehr dazu im Beitrag.

Der Grüne Deal im Überblick

Nun stellt sich die Frage: Was ist der Europäische Grüne Deal eigentlich? Im Grunde handelt es sich dabei um ein Bündel aus verschiedenen Strategien, die die Europäische Union (EU) verfolgt, um diese drei Kernziele zu erreichen: 

  • Die europäische Wirtschaft soll bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstoßen
  • Ihr Wachstum soll von der Ressourcennutzung abgekoppelt sein
  • Die Wirtschaft soll niemanden – nicht Mensch, nicht Region – im Stich lassen

Am Ende ist, so der Plan, der Wandel hin zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft abgeschlossen. Wie die EU selbst mitteilt, leistet der Grüne Deal auch einen Beitrag für den Weg aus der Corona-Krise. Ein Drittel der Investitionen aus dem „Aufbaupaket NextGenerationEU“ und dem Siebenjahreshaushalt der EU soll in den Grünen Deal fließen. Die Summe beträgt rund 1,8 Billionen Euro.

Zu den Vorteilen, die der Grüne Deal den alten, jungen und nachfolgenden Generationen bringen soll, gehören unter anderem:

  • Saubere Luft, sauberes Wasser, mehr Biodiversität
  • Gesundes und bezahlbares Essen
  • Mehr öffentliche Verkehrsmittel
  • Saubere Energie und modernste saubere Technologien
  • Langlebigere Produkte und verbessertes Recycling

Die Energiewende der EU

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, existieren bereits jetzt verschiedenste Strategien und Maßnahmen in den folgenden acht Hauptkategorien: Klima, Umwelt und Ozeane, Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Finanzen und regionale Entwicklung, Industrie sowie Forschung und Entwicklung. Werfen wir einen näheren Blick auf den Aspekt Energie, so treten hier drei Kernaspekte hervor, auf die sich die EU derzeit konzentriert. 

  1. Die Gewährleistung einer sicheren und erschwinglichen Energieversorgung
  2. Entwicklung eines digitalisierten und vollständig vernetzten EU-Energiemarkts
  3. Vorrang für Energieeffizienz, Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden sowie die Entwicklung eines Energiesektors, der primär auf erneuerbaren Energiequellen beruht

Konkrete Maßnahmen

In dieser Kategorie existieren wiederum kleinere Ziele, die die drei Kernaspekte erfüllen sollen. Dazu gehören zum Beispiel der Verbund der existierenden Energiesysteme und eine Verzahnung der bestehenden Netze, um erneuerbare Energiequellen besser zu fördern. Die EU will innovative Technologien fördern und eine moderne Energie-Infrastruktur auf dem ganzen Kontinent etablieren. Zudem sollen EU-Energiestandards und -technologien auf globaler Ebene eine bessere Förderung erhalten. 

Und wie zieht die EU diese kleineren Ziele durch? Dazu hat sie sechs hauptsächliche Maßnahmen ins Auge gefasst. Diese umfassen: 

Die Strategie zur Integration des Energiesystems

Dieser Part der Energiewende sieht eine Verknüpfung der verschiedenen Energieträger (Strom, Wärme, Kälte, Gas, feste und flüssige Brennstoffe) untereinander und mit den Endverbrauchssektoren (Gebäude, Verkehr oder Industrie) vor. Das soll eine Optimierung des Energiesystems als Ganzes ermöglichen. 

Die Wasserstoffstrategie

„Die EU Wasserstoff-Strategie wird saubere Wasserstoffproduktion in Europa nach vorn bringen“, schreibt die EU selbst dazu. Das vorrangige Ziel hierbei ist die Entwicklung von Wasserstoff durch erneuerbare Energiequellen. Darum stehen Wind- und Sonnenenergie mehr im Fokus. Sie sind maßgeblich an der Erzeugung von sauberem Wasserstoff beteiligt (wir berichteten). Weitere Informationen zur Wasserstoffstrategie mitsamt Fact Sheet gibt es hier.

Eine Renovierungswelle

Nur etwa 1,0 Prozent aller Gebäude durchlaufen jährlich eine auf Energieeffizienz ausgelegte Renovierung. Gleichzeitig sind Gebäude aber für mehr als ein Drittel aller EU-Emissionen verantwortlich. Kein Wunder, wo doch drei Viertel davon nicht energieeffizient laufen. Darum will die EU Renovierungen weiter unterstützen. Die Strategie zielt darauf ab, die jährlichen Sanierungsraten in den nächsten zehn Jahren zu verdoppeln. 

Energiewende beim Methan

Nach Kohlendioxid ist Methan der zweitgrößte Verursacher des menschengemachten Klimawandels, warnt die EU. Sein Treibhauspotenzial liegt 28-mal höher als das von Kohlendioxid. Nun zielt die Methan-Strategie der EU darauf ab, die Methan-Emissionen in den Sektoren Energie, Landwirtschaft und Abfall deutlich zu reduzieren. Diese drei Bereiche machen fast die Gesamtheit der Methanemissionen aus. 

Transeuropäische Energienetze

Auch TEN-E genannt, beschreiben die transeuropäischen Energienetze eine Politik, die auf eine Verknüpfung der Energieinfrastruktur aller EU-Länder abzielt. Dabei hat sich die EU für neun Korridore entschieden, die verschiedene geografische Regionen in Sachen Strom-, Gas- und Ölinfrastruktur abdecken, und will sie fördern. Diese sollen Regionen verbinden, die derzeit noch von den europäischen Energiemärkten isoliert sind. Wo diese Korridore gespannt sind, erfahren Interessierte hier.

Die Strategie für erneuerbare Offshore-Energie

Offshore-Energie umfasst mehrere Energiequellen und verschiedene Technologien, die sich in ganz unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Die EU plant nun, die Rolle von Offshore-Energie zu stärken, und konzentriert sich auch auf die folgenden Problematiken: 

  • Zugang zum Meeresarm
  • Industrie- und Beschäftigungsdimensionen
  • Regionale und Internationale Zusammenarbeit
  • Transfer von Forschungsprojekten aus dem Labor in die Praxis

Nachhaltigkeit bei der Bayerischen

All das bedeutet: Wer sich schon früh mit nachhaltigen Energiequellen befasst, ist im Vorteil. Die Bayerische setzt hierbei auf ihre nachhaltige Tochter Pangaea Life. Der Pangaea Life Fonds investiert ausschließlich in Sachwerte für nachhaltige Energien, zum Beispiel Wasserkraftwerke in Norwegen, den dänischen MADS-Windpark oder spanische Solarparks. Außerdem tun Kunden der Umwelt direkt etwas Gutes: Mit jedem Vertragsabschluss pflanzt die Bayerische einen Baum. Weitere Informationen dazu gibt es hier auf dem Blog. Und wer mehr über das neue Klassifizierungssystem der EU zu nachhaltigen Finanzprodukten wissen will, ist hier richtig. 

Titelbild: ©kbarzycki/stock.adobe.com

Autor

Lars-Eric Nievelstein
Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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