Altersarmut trotz Vollzeit: Alle Wege führen zur privaten Vorsorge

Vollzeitbeschäftigung, 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt – und trotzdem droht Altersarmut. Eine Realität für mehr Deutsche als man denkt. Die private Absicherung ist eine Lösung.

Ein Drittel an der Armutsgrenze

Die Fakten zuerst. Von der Bundesregierung veröffentlichten Zahlen zufolge bekommt fast ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland eine Rente von weniger als 1.100 Euro netto – auch wenn sie zuvor 45 Jahre lang in die Rentenkassen eingezahlt haben. 6,3 Millionen Arbeitnehmer erhielten im Jahr 2019 weniger als 2.650 Euro brutto, was nach 45 Jahren durchschnittlich zu einer Rente von unter 1.200 Euro führe. Der Linksfraktion zufolge, die die entsprechende Anfrage stellte, sind diese Arbeitnehmer armutsgefährdet. Laut dem Rentenversicherungsbericht 2020 kamen im vergangenen Jahr mehr als 237.000 Menschen ins Renteneintrittsalter, die als „besonders langjährig Versicherte“ gelten. Mit einem Anteil von über 96 Prozent stellten die „besonders langjährig Versicherten“ die größte Gruppe der neuen Renteneinsteiger.
Einen weiteren Hinweis auf das Armutsrisiko bietet die Armutsrisikoquote aus dem „Armuts- und Reichtumsbericht“ der Bundesregierung. Diese beschreibt den „prozentualen Anteil der Personen mit einem Nettoäquivalenzeinkommen unterhalb dieser Schwelle an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe“. Mit der Schwelle meint der Bericht hier 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoäquivalenzeinkommens. Im Jahr 2019 betrug die Armutsrisikoquote 15,9 Prozent. Wer nicht auf private Vorsorge zurückgreift, muss im Alter mit einem Verlust von Lebensqualität rechnen.

Private Vorsorge als Lösung

Eine private Vorsorge kann Altersarmut effizient verhindern. Eine Möglichkeit, die viele Deutsche noch immer nicht wahrnehmen. Wie die Bundesregierung im Alterssicherungsbericht mitteilt, haben knapp 66 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Zusatzrente – sei es aus der betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder aus der Riester-Rente. Insbesondere bei denjenigen Deutschen, die über ein geringeres Einkommen verfügen, sind die privaten Vorsorgeformen noch nicht verbreitet genug. „Während über alle Einkommensklassen hinweg rund 35 Prozent der Befragten angaben, über keine zusätzliche Altersvorsorge zu verfügen, sind es bei den Geringverdienern mit einem Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro pro Monat knapp 54 Prozent, beziehungsweise etwa 2,2 Millionen der knapp 4,2 Millionen erfassten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dieser Gruppe“, teilte die Regierung dazu mit.

Der Kunde weiß noch nicht Bescheid

Oft wissen die Kunden nicht, welche Möglichkeiten ihnen offen stehen. Wie der Sozialverband VdK Deutschland berichtet, hätte zum Beispiel mehr als eine Million Rentner Anspruch auf eine Grundsicherung im Alter, die ihre Rente ergänzen könnte. Fast die Hälfte dieser Rentner weiß das nicht und beantragt sie darum erst gar nicht. Wie der Verband berichtet, betrug die Grundsicherung im Jahr 2020 pauschal 432 Euro im Monat (Singles) beziehungsweise 389 Euro (Paare). Eine Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt, ist für viele Deutsche nicht sicher, ob sie im Ruhestand finanziell abgesichert sind. Rund die Hälfte (53 Prozent) aller Deutschen sorgt sich um die Altersvorsorge. Mehr als ein Drittel ist sich nicht im Klaren darüber, wieviel Geld sie im Ruhestand erhalten.

Private Vorsorge mit der Bayerischen

Die Bayerische stellt Vermittlern für die Beratung privater Vorsorgeprodukte viele verschiedene Lösungen zur Verfügung. Das fängt bei der Basisrente an, die bei vielen Deutschen noch unbekannt ist (wir berichteten). Die plusrente erlaubt einen Vermögensaufbau per Einkauf: kaufen sie bei einem der rund 1.000 Online-Shops ein, die mit der plusrente verpartnert sind, können sie pro Einkauf Gutschriften sammeln und ihr Rentenkonto mit bis zu zehn Prozent des Kaufpreises aufstocken. Weitere Informationen finden Interessierte auf umdenken.co. Für Kunden, die Altersvorsorge mit Nachhaltigkeit verbinden wollen, eignet sich die Investment-Rente der nachhaltigen Tochtergesellschaft Pangaea Life. Und bei der Riester-Rente profitieren Kunden nach wie vor von staatlichen Zulagen.
Titelbild: ©lily/stock.adobe.com

Autor

Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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