Zwischen den Hitzewellen: Teure Naturgefahren

Die eine Hitzewelle liegt hinter Deutschland, die nächste rollt bereits heran. Dazwischen brechen Gewitter und Starkregen über Teile der Bundesrepublik herein. Bis zum Wochenende rechnet die Tagesschau mit weiteren Unwettern. Der Klimawandel sorgt darüber hinaus für immer stärkere Regenfälle. Kunden unterschätzen die Gefahr.

Politik will versichern

Aktuell dringt das Thema Starkregen mehr ins öffentliche Bewusstsein. Die Politik sucht bereits seit Jahren nach Wegen, um die Bevölkerung auf die Bedrohungen durch den Klimawandel aufmerksam zu machen. Im Jahr 2009 versuchte die Bayerische Staatsregierung, Wohnungseigentümer und Mieter mit der Kampagne „Voraus denken – elementar versichern“ zu erreichen. Das Ziel: Sie dazu zu bringen, Gebäude und Hausrat umfassend gegen Naturgefahren abzusichern. In der Kampagne erhielten die Bürger auch Informationen über die wichtigsten Naturgefahren in Bayern. Im vergangen Jahr erregte das Fridays for Future-Bündnis Aufmerksamkeit und legte neues Interesse auf den Klimawandel.

Bayern zieht die Reißleine

Zehn Jahre nach der „Elementar versichern“-Kampagne waren Naturgefahren schließlich so teuer, dass der Freistaat die Reißleine zog. Denn über die Jahre hinweg traten sie häufiger auf. Und mit einer zunehmenden Zahl an Naturgefahren steigen auch die Kosten für von ihnen verursachte Schadenfälle. In Bayern betrugen sie zwischen 2010 und 2018 etwa 900 Millionen Euro. Mit steigender Tendenz. Schließlich explodierten die Kosten und in Erwartung immer höherer Beträge kappte die Bayerische Staatsregierung am 1. Juli 2019 die Staatshilfen für Naturkatastrophen (wir berichteten). Dem Bericht „Hochwasser verstehen, erkennen, handeln!“ des Bundesumweltamts zufolge haben die Niederschläge in Deutschland gegenüber dem Beginn des 20. Jahrhunderts um neun Prozent zugenommen.

Deutsche unterschätzen Elementargefahren

Trotzdem sind Deutsche nicht ausreichend vorsichtig, was ihren Versicherungsschutz angeht. Weniger als die Hälfte (45 Prozent) aller Gebäude sind gegen Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmung versichert. Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge sind in vielen alten Verträgen zwar die Naturgefahren Sturm und Hagel versichert. Allerdings fehlt der Zusatzbaustein Naturgefahrenversicherung. Eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts GfK legte hierfür drei Gründe offen:

  • Kunden unterschätzen das persönliche Risiko
  • Viele Hausbesitzer glauben, sie seien bereits ausreichend versichert
  • Oder sie halten den Schutz für zu teuer

Höchste Schäden in Bayern

Es besteht demnach weiterhin Beratungsbedarf. Der Klimawandel eignet sich als ein guter Aufhänger, um in der Beratung auf den Versicherungsschutz zu sprechen zu kommen. Außerdem gilt es zu prüfen, ob dieser angesichts der zunehmenden Risiken ausreicht. Gerade für bayerische Vermittler ein wichtiger Punkt – denn Bayern befindet sich, was die Versicherungsschäden angeht, im Auge des Sturms. Allein hier zahlten Versicherer im vergangenen Jahr 579 Millionen Euro. Für Kunden, die durch Unwetter zu Schaden kommen, stellen wir zwei Hilfs-Hotlines bereit.

Sollten Schäden am Haus oder an den Gewerbeflächen auftreten, so hilft die 089 / 6767 – 7777.

Hat ein Sturm oder ein Hochwasser das Auto beschädigt? Hier wählt der Kunde am besten die 089 / 6787 – 5050.

Titelbild: ©ARochau/ stock.adobe.com

Autor

Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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