Der Überflüssigkeitscheck: Nur das Notwendige bleibt

Wenn Kunden eine überflüssige Versicherung abschließen, bedeutet das Mehrkosten. Die Bayerische hilft dabei, solche Produkte aufzutreiben und zu kündigen. Ein großes Stichwort hierbei: der Überflüssigkeitscheck.

Ein Preis, den keiner will

Was die „Goldene Himbeere“ für Schauspieler ist, ist der „Versicherungskäse“ für die Assekuranz. Seit 2015 vergibt der Bund der Versicherten (BdV) diesen Negativpreis jährlich an die Anbieter, die sich durch fragwürdige Versicherungsprodukte hervortun. Die Bayerische will Kunden mit dem Überflüssigkeitscheck dabei unterstützen, „überflüssige“ Produkte aus ihrem Versicherungsschutz zu streichen. Worum handelt es sich dabei genau? Wir haben bei Achim Steinhorst, Geschäftsführer der Pangaea Life, nachgefragt.

Redaktion: Herr Steinhorst, was steckt hinter dem Überflüssigkeitscheck?
Achim Steinhorst

Achim Steinhorst: Der Überflüssigkeitscheck hängt ganz eng mit unserer Vision zusammen, in der wir bestimmte Bezugspunkte zu den Themen „Kundenfokussierung“, „über die Grenzen des klassischen Versicherns hinaus denken“ sowie „das Versichern vielleicht sogar überflüssig zu machen.“ formuliert haben. Letzteres haben wir mit dem Überflüssigkeitscheck umgesetzt. Der Check zielt auf zwei Kernthemen: überflüssige Produkte sowie überflüssige Prämienhöhe. Der Sinn einer zweckdienlichen Versicherung besteht darin, für Schäden aufzukommen, deren Risiko für eine Einzelperson zu groß und/oder zu teuer ist. Der Verbraucherverein Bund der Versicherten hat ja zuletzt am 01.04.22 mit dem wenig schmeichelhaften Preis „Verbraucherkäse“ richtigerweise solche Produkte unserer Wettbewerber entsprechend „gewürdigt“.

Redaktion: Wie funktioniert er im Detail?

Achim Steinhorst: Der Überflüssigkeitscheck ist ein Abfrageprozess, bei dem unsere Kundinnen und Kunden eine Reihe von Fragen zur individuellen Lebenssituation sowie deren Absicherung gestellt bekommen. Abschließend erfolgt eine Auflistung von Versicherungsprodukten nach den folgenden Parametern:

  • Unbedingt wichtig für die eigene Risikominimierung
  • Gegebenenfalls möglich, aber nicht unbedingt notwendig
  • Unnötig und damit überflüssig

Ein Beispiel für letzteres wäre eine zusätzliche Reisegepäckversicherung, obgleich dieser Schutz schon mit einer Kreditkarte abgesichert wäre. Das haben wir auch in einer digitalen Version für unsere Kunden verfügbar. Daneben geht es um unnötig hohe Prämien für Versicherungen. Und um die Frage nach einer höheren Selbstbeteiligung, wenn ein Kunde es sich nach individueller Risikoabwägung leisten kann und will. Gute Beispiele sind hier Wohngebäude- oder KFZ-Versicherungen. Auch hier wird unnötig Geld vom Kunden in nicht vorhandene oder beherrschbare Risiken gebunden. Das ist überflüssig – das Geld ist vielleicht besser in eine eigene Altersvorsorge investiert. Dieser Bedarfscheck ist aufgrund der Komplexität und Deckungsdetails Bestandteil im persönlichen Betreuungsprozess und damit der ganzheitlichen Beratung.

„Der Überflüssigkeitscheck ist für alle Kundinnen und Kunden geeignet.“

Redaktion: Für wen eignet der Überflüssigkeitscheck sich am besten?

Achim Steinhorst: Ehrlich gesagt ist der Überflüssigkeitscheck für alle Kundinnen und Kunden geeignet. Die dargestellten Inhalte sind risiko-, alters- und geschlechtsübergreifend. Außerdem können sie in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen Gültigkeit haben. Es geht um einen bewussten sowie umfassenden Umgang mit der eigenen Absicherung.

Redaktion: Was macht ihn für Vermittler so wichtig?

Achim Steinhorst: Der Überflüssigkeitscheck ist nur sinnvoll und möglich im Zuge der ganzheitlichen Beratung. Ich komme hier nochmal auf unsere Vision und die Kundenfokussierung zurück. Wir sind der festen Überzeugung, dass der reine Produktverkauf für die Masse der Risiken überholt ist – nahezu überflüssig. Es muss im Sinne einer Kundenorientierung um ein umfassendes Gesamtkonzept der Absicherung unserer Kunden gehen. Hier bietet der Check eine sehr praktische und logische Hilfestellung für Partner in der Beratung sowie deren Kunden.

„Der Überflüssigkeitscheck kann helfen, bei überflüssigen Produkten oder Prämien finanzielle Spielräume zu erkennen.“

Redaktion: Wie kann er bei der Beratung von Nischenprodukten helfen?

Achim Steinhorst: Auch ein Nischenprodukt ist immer auch ein Anlass für die ganzheitliche Beratung. Es geht immer um Kundennähe und Kundenbetreuung. Auch Risikominimierung und Absicherung müssen Teil der ganzheitlichen Beratung sein. Das Selbstverständnis muss das des Risikoberaters und Absicherungsmanagers sein und nicht die des Versicherungsverkäufers. Der Überflüssigkeitscheck kann auch hier helfen, bei überflüssigen Produkten oder Prämien finanzielle Spielräume zu erkennen. Diese bieten Raum für die Beratung von Nischenprodukten. Beispielhaft könnten das Produkte wie unsere Plusrente oder die Pangaea Fonds sein, bei denen auch mit kleineren „frei gewordenen“ Beträgen die eigene Absicherung sinnvoll ergänzt werden kann.

 

Weitere Informationen zu den Fonds der Pangaea Life gibt es im Beitrag Pangaea Life Invest.

Titelbild: ©Roberts Ratuts/ stock.adobe.com, Beitragsbild: © die Bayerische

Autor

Lars-Eric Nievelstein
Lars-Eric Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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