Rentenversicherungspflicht für Selbstständige: Neues Beratungspotenzial

Die Altersarmut unter den Selbstständigen steigt. An eine Vorsorge denkt die Mehrheit jedoch nicht. Nun will die Bundesregierung eingreifen.

Rentenversicherungspflicht für Selbstständige

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat schon seit längerer Zeit eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige im Sinn. Seine Pläne musste Heil in der Vergangenheit jedoch aus verschiedenen Gründen immer wieder verschieben – sei es zum Beispiel wegen der Corona-Krise oder lang andauernder Verhandlungen bei der Grundrente.

Nun soll die Altersvorsorge für Selbstständige verpflichtend werden. Der Bundesregierung zufolge ist das Ziel, die Altersarmut in dieser Personengruppe zu senken. „Grundsätzlich sollen Selbstständige in der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht einbezogen werden, jedoch mit der Möglichkeit, sich hiervon befreien zu lassen“, ließ die Bundesregierung dazu verlauten. Die Befreiung sei nur dann möglich, wenn die Selbstständigen eine anderweitige geeignete Vorsorge nachweisen können.

Wie wirkt sich das auf den Versicherungsmarkt aus? Leon Hofmann, Produkt-Kompetenz-Center/ Produktmanagement, erklärt im Interview die Details.

“Nur ein Drittel der Selbstständigen sorgt privat für ihr Alter vor.”

Redaktion: Derzeit wird über eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige diskutiert. Welches Potenzial bietet sich für Vermittler?

Leon Hofmann: Heute sorgt etwa nur ein Drittel der Selbstständigen mit einer privaten Renten-/Lebensversicherung für ihr Alter vor. Von einer Rentenversicherungspflicht für Selbstständige sind etwa drei Millionen Personen betroffen (Stand 31.12.2019, Anm. d. Red.). Eine solche Rentenversicherungspflicht kann den Zugang für Vermittler zur Zielgruppe der Selbstständigen signifikant erleichtern. Sie können Selbstständigen dann eine ganzheitliche Beratung hinsichtlich ihrer privaten Rentenversicherung bieten.

Redaktion: Was für Nachteile könnte diese Maßnahme für Kunde und Vermittler mit sich bringen?

Leon Hofmann: Das ist heute noch nicht genau zu sagen. Vieles hängt davon ab, wie diese Rentenversicherungspflicht am Ende ausgestaltet ist. Ursprünglich hätte der Gesetzesentwurf, bei der ein Wahlrecht zwischen gesetzlicher Rentenversicherung, Basisrente oder berufsständischem Versorgungswerk vorgesehen ist, in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden sollen.

Redaktion: Doch dann kam Corona.

Leon Hofmann: Richtig. Durch die coronabedingte aktuell sehr angespannte Lage bei Selbstständigen hat die Regierung sich dazu entschieden, die Einführung einer solchen Pflicht zu vertagen. Mit einer möglichen neuen Regierungskoalition kann sich die konkrete Ausgestaltung nun erneut ändern. So wird beispielsweise von einigen Parteien eine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung angestrebt. Eine solche Ausgestaltung hätte für den Kunden den Nachteil, dass sie in ein System gezwungen werden, dessen Rentabilität in den nächsten Jahren aufgrund des demographischen Wandels weiter sinken wird. Sollte eine solche Ausgestaltung verabschiedet werden, würde dies auch den Vertrieb von Basisrenten an Selbstständige deutlich erschweren.

“Mit der Hilfe von guter Beratung können wir soziale Missstände beheben.”

Redaktion: Wie sieht es mit der Flexibilität für Selbstständige aus, die ihre Altersvorsorge gestalten möchten?

Leon Hofmann: Mit einer Rentenversicherungspflicht verlieren zwar Selbstständige die vollkommene Gestaltungsfreiheit ihrer Altersvorsorge, jedoch ist dies für einen Großteil der Selbstständigen gut so. Wie die OECD moniert, sind insbesondere Personen mit atypischen Beschäftigungsverhältnis (Frauen in Elternzeit, Solo-Selbstständige beziehungsweise Selbstständige in Teilzeit) besonders stark von Altersarmut gefährdet. Zudem stuft jeder vierte Selbstständige seine persönliche Vorsorge als nicht ausreichend ein. Hier bietet sich nun die Möglichkeit, mit Hilfe guter Beratung den sozialen Missstand zu beheben.

Redaktion: Welche Produktempfehlungen haben Sie konkret für Vermittler im Falle einer solchen Verpflichtung?

Leon Hofmann: Nach dem aktuellen Eckpunktepapier zur Versicherungspflicht besitzen Selbstständige eine Freiheit zur Wahl der Vorsorgeform. Für Personen mit einem Einkommen von weniger als 1.500 Euro ist die gesetzliche Rentenversicherung durchaus eine attraktive Möglichkeit zur Vorsorge.

“Wir empfehlen die Basis-Rente.”

Redaktion: Wie sieht es mit Selbstständigen aus, die mehr verdienen?

Leon Hofmann: Hier empfehlen wir aktuell unsere neue nachhaltige Pangaea Life Basis-Rente. Ein Rentenübergang bei Selbstständigen erfolgt im Alter häufig mit der Geschäftsaufgabe. Geschäftsaufgaben sind in wirtschaftlich schweren Zeiten, wenn auch die Kapitalmärkte niedrig stehen, deutlich wahrscheinlicher. Dadurch verrenten möglicherweise Kunden ihr Kapital, wenn es besser wäre, noch eine Kurserholung abzuwarten. Aus diesem Grund sind stabile und renditekräftige, börsenunabhängige Investments im Zusammenspiel mit der steuerlichen Förderung wie bei unserer Pangaea Life Basis-Rente die optimale Wahl für Kunden.

Redaktion: Was sind die größten Vorteile dieses Produkts?

Leon Hofmann: Zunächst einmal profitieren Kunden bei der Pangaea Life Basis-Rente von der hohen steuerlichen Förderung. Durch die Anlage in klimafreundliche, börsenunabhängige Sachwerte tun sie gleichzeitig noch etwas für die Umwelt. Alternativ können sie sich auch für die Basis-Rente AKTIV der Bayerischen entscheiden. Hier fällt zwar der ökologische Aspekt weg, doch dafür gibt es durch eine attraktive Fondsauswahl hohe Renditechancen an der Börse.

Wir halten Sie über die künftigen Entwicklungen hinsichtlich der Rentenversicherungspflicht auf dem Laufenden – hier auf umdenken.co. Weitere Informationen zur Pangaea Life Basisrente finden Sie auf der Homepage von Pangaea Life.

Titelbild: ©Blue Planet Studio/stock.adobe.com, Beitragsbild: © die Bayerische

Autor

Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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