Keine Endstation in Sicht: Eine Reise durch die Geschichte der Bayerischen

Die Bayerische schreibt über 160 Jahre Unternehmensgeschichte. Wie hat alles begonnen? Wo stehen wir jetzt? Welche sind die wichtigsten Meilensteine? Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der Bayerischen.

Die Geschichte der Bayerischen

Ludwig Joseph Freiherr von Brück

Ihren Anfang nimmt die Geschichte der Bayerischen im Königreich Bayern. Genauer: Im Jahr 1844, einem der letzten Regierungsjahre König Maximilians I. Die Industrialisierung griff von England langsam aufs „Festland“ über. Die ersten Eisenbahnen entstanden, unter ihnen auch die Königlich Bayerische Staatseisenbahn. Zunächst umfasste sie lediglich eine Linie zwischen Augsburg und München, entwickelte sich jedoch schnell weiter. Im Laufe der Folgejahre kämpfte das Königreich mit der Wirtschaftskrise von 1847, mit einer bürgerlichen Revolution (1848) und einer Choleraepidemie (1854). Inmitten dieser Turbulenzen schlug die Bayerische ihre Wurzeln: 1858 gründete Ludwig Joseph Freiherr von Brück, Generaldirektor der königlich-bayrischen Verkehrsanstalten, den „Pensions- und Leichenverein für Oberkondukteure und Kondukteure der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen“. Der erste Schritt in Richtung der späteren Bayerischen war getan.

Evolution im Krieg

Länger als ein halbes Jahrhundert agierte der Pensions- und Leichenverein allein, überstand mehrere innerdeutsche und internationale Kriege sowie den Zusammenschluss des Deutschen Reiches und durchlief seine ganz eigene Evolution. Und zwar zur „Sterbekasse bayerischer Staatsdiener“, die sich dementsprechend nicht mehr nur auf das Geschäft mit Kondukteuren konzentrierte. Im Jahr 1902 dann entstand in Bad Brückenau die Pensions- und Sterbekasse des Bayerischen Verkehrsvereins, gegründet von dessen Generalversammlung. Diese gilt als Rechtsvorgängerin der Bayerischen Beamten Lebensversicherung a.G. Nur ein Jahr später schlossen die beiden Unternehmen sich zusammen: Die Pensions- und Sterbekasse bayerischer Staatsdiener war geboren. 1916, mitten im ersten Weltkrieg, benannte sie sich um in „Bayerische Beamtenversicherungsanstalt, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“.

Logo der Bayerische Beamtenversicherungsanstalt um 1930

Versicherung für alle

Den nächsten Meilenstein setzte die Bayerische Beamtenversicherungsanstalt im Jahr 1927. Zwei Jahre vor der großen Weltwirtschaftskrise gelang es ihr, ihren Tätigkeitsbereich auf das gesamte Deutsche Reich auszuweiten. 1929 dann folgte der große Crash. Die Industrieproduktion ging rapide zurück, Welthandel und internationale Geldströme brachen ein, Massenarbeitslosigkeit griff um sich. Die Bayerische Beamtenversicherungsanstalt konnte ihren Kundenkreis trotz der wirtschaftlichen Widrigkeiten auf die gesamte Bevölkerung ausdehnen. Ab 1929 versicherte sie alle Berufsgruppen gleichermaßen.

Wirtschaftswunder und Sachversicherung

Das Logo um 1962

Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte das Wirtschaftswunder für eine rapide Erholung der kriegsgebeutelten neuen Bundesrepublik. Vor diesem Hintergrund gründete die Versicherungsanstalt im Jahr 1962 eine eigene Sachversicherung. Die Allgemeine Sachversicherungs-Aktiengesellschaft erblickte das Licht der Welt. Zehn Jahre später erfolgte die Umbenennung in die Bayerische Beamten Versicherung AG. Ebenfalls 1972 benannte sich Beamtenversicherungsanstalt um und lebte fortan als Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G. weiter – so wie wir sie heute kennen.

Ein Exkurs nach Italien

Bayerische Beamtenversicherungsanstalt, Logo um 1972

Kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands folgte der nächste Meilenstein: Die Geburt der Neue Lebensversicherung-Aktiengesellschaft der BBV. 1987 nahm sie den Namen Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG an.

Gegen Ende der Achtzigerjahre richtete die BBV-Versicherungsgruppe den Blick nach Italien. 1989 kaufte sie die Sachversicherungs-Gesellschaft Ambrosiana Assicurazioni, die spätere Bayerische Assicurazioni. Drei Jahre später, im Jahr 1992, entstand die Bayerische Vita. Die Gruppe wuchs im Laufe der Jahre um mehrere italienische und ausländische Vertriebsgesellschaften. Durch eine Kooperation mit dem italienischen Vertrieb SSI wuchsen die italienischen Gesellschaften in einem atemberaubenden Tempo – um diese Entwicklung weiter begleiten zu können, hätte die Muttergesellschaft die Interessen der deutschen Kunden und Mitglieder vernachlässigen müssen. Dementsprechend erfolgte im Jahr 2000 der Verkauf der „Gruppo Bayerische” an die Ergo Versicherungsgruppe.

Die Bayerische nach der „Dotcom-Blase“

Der Jahrtausendwechsel kam und ging, die Dotcom-Blase und der damit einhergehende Börsencrash erschütterten das Vertrauen der Deutschen in Aktiengeschäfte. Die BBV stürzte ebenfalls in die Krise, konnte sich jedoch aus eigener Kraft wieder aufrappeln. Nur kurz darauf, im Jahr 2008, platzte in den Vereinigten Staaten die nächste Blase. In einer Kettenreaktion verloren Menschen überall auf der Welt ihr Haus oder ihren Arbeitsplatz, oftmals beides, das Vertrauen der Bevölkerung in die Institutionen schwand zusehends.

Die BBV bekam die Folgen der Krise ebenfalls zu spüren. Maßgeblich Schuld daran waren gehaltene Anteile an der Aareal Bank, deren Aktien im Zuge der Finanzkrise stark verfielen. So titelte zum Beispiel der Focus: Bayerische Beamtenversicherung: Versicherer in der Bredouille. Von einer Übernahme durch einen anderen Versicherer war die Rede. Doch die BBV richtete sich nach hektischen Verhandlungen mit der BaFin und strengem Mitarbeiterabbau wieder auf. Außerdem verstärkte sie ihre Anstrengungen in Sachen Innovation und erhielt mehrfach den Innovationspreis für Versicherungen in den Sparten Kompakt-Police, Unfall „INDIVIDUAL“ und für das Notfallprogramm. Für die spätere Bayerische gab es nur eine Richtung: immer weiter nach oben.

Im Jahr 2010 folgte bereits ein weiterer Meilenstein: Die Konzentration des gesamten Neugeschäfts im Bereich „Leben“ auf die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG.

160 Jahre Geschichte der Bayerischen

Im neuen In den Zehnerjahren des neuen Jahrtausends erreichte die Versicherungsgruppe gleich zwei wichtige Punkte ihrer Geschichte. Erstens führte sie 2012 ihre neue Marke „die Bayerische“ ein. Und zweitens feierte sie im Jahr 2018 ihr 160-jähriges Jubiläum. „160 Jahre Unternehmensgeschichte im Dienste unserer Kunden – darauf dürfen die Bayerische, all ihre Mitarbeitenden sowie Vertragspartner stolz sein“, sagte Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen, zum Jubiläum. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sieht die Bayerische den Kunden stets im Mittelpunkt ihres Handelns.

Wie geht es weiter? Langfristig soll es das Ziel sein, den Kunden nicht nur finanziell zu versichern, sondern ihm dergestalt zur Seite zu stehen, dass das bloße Versichern vielleicht einst überflüssig wird. Sie treibt unter dem Motto „Aufbruch in ein nachhaltiges Zeitalter“ nach wie vor Innovation voran. Die Vision: verantwortungsbewusst im Einklang mit den Bedürfnissen des Planeten zu handeln und gleichzeitig Menschen ein Gefühl der Sicherheit zu geben. So bietet sie als erster Versicherer eine digitale Investmentreise für Vermittler an und hat mit der nachhaltigen Tochter Pangaea Life Umweltschutz und Altersvorsorge verknüpft. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie auf unserem Blog.

Titelbild: ©surangaw/stock.adobe.com, Beitragsbilder: © die Bayerische

Autor

Lars Nievelstein
Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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