Aloha aus dem Großraumbüro: Das Temperaturlimit für den Dresscode

36 Grad … und es wird noch heißer, lautet auch in diesem Jahr das Motto des Hochsommers. Dieser macht so manchen Bürotag zur Qual und verleitet zu luftiger Kleidung. Doch wie viel – oder besser gesagt wenig – ist zu viel des Guten und liegt noch im Rahmen des „Business Casual“ Dresscode? Wir werfen einen Blick auf die Grenzen von Temperatur und gutem Geschmack.

Keine Ausreden

Dass Flip-Flops, Hawaiihemd und Spaghetti Top keine geeignete Kleidung fürs Business-Meeting sind, sollte sich herumgesprochen haben. Wenn im Büro jedoch Urlaubs-Hochsaison herrscht und das Thermometer über 30 Grad klettert, lässt sich Gelerntes schon einmal vergessen. Dennoch gleich zu Beginn die Erinnerung: Die Temperatur ist keine Ausrede für einen Bruch mit dem Dresscode. Außerdem gibt es selbst in Urlaubszeiten keine Garantie, dass keine spontanen Kundentermine oder Meetings mit dem Chef stattfinden.

Von Sandalen und Sandaletten

Generell haben es Frauen mit ihrer Garderobe etwas einfacher. Auch im Sommer. Luftige Sommerkleider, modische Tops und zarte Sandalen verlocken jedoch allesamt zu einem Fauxpas im Büro: zu viel Haut. Die gute Nachricht: Kleidungsstücke mit weniger Stoff lassen sich auch im Sommer gut mit langen Teilen kombinieren. Glamour empfiehlt beispielsweise zu einem ärmellosen Top eine luftig weite Marlenehose oder zu Shorts eine langärmlige Hemdbluse. Der neuste Trend sind Hosenanzüge mit kurzem Bein. Durch zarte Farben und leichte Stoffe bringen sie Sommerfrische an den Schreibtisch. Wer leicht ins Schwitzen kommt, sollte zudem auf lockere Schnitte setzten. Außerdem: Naturfasern und kontrastreiche Muster sowie Schwarz und Weiß.

Während Gummi-Flip-Flops und Badelatschen ein No-Go sind, darf Frau – bei gepflegten Füßen – durchaus Sandalen tragen. Für ein Meeting oder Kundengespräch können diese jedoch schnell zu leger sein. Das einfache Upgrade verschafft ein leichter Absatz, der aus der schlichten Sandale eine Dresscode-konforme Sandalette zaubert.

Lange-, kurze- oder keine Ärmel?

Hawaiihemden sind im Sommer 2020 angeblich wieder im Trend. Das mag durchaus sein, erlebt schließlich so manches 80er Jahre-Teil derzeit sein Revival. Wer nicht Tom Selleck heißt, sollte auf den blumigen Sommerlook jedoch am Arbeitsplatz verzichten. Bei der Hemd- oder T-Shirt Frage gilt es sich – laut GQ – am Arbeitgeber zu orientieren. Sieht dieser eine Hemdpflicht vor, kann mit leichten Stoffen variiert werden. Um den Look etwas legerer zu gestalten darf Mann außerdem Knöpfe öffnen. Zwei geöffnete Knöpfe gelten als ideale Anzahl und zugleich „legere Grenze“. Stehen keine Termine an, kann zudem den Unterarmen durch ein gekrempeltes Hemd etwas Abkühlung verschafft werden. Aber Achtung: Einmal gekrempelt, bleiben die Ärmel oben. Um nicht zu riskieren mit knittrigen Hemdärmeln im Gespräch zu sitzen, sollte ein Sakko griffbereit auf dem Bügel hängen. Während früher die Regel galt, dass das Sakko ausgezogen werden darf, sobald der Ranghöchste ablegt, ist heute Durchhalten angesagt. Wer sich für ein Sakko entscheidet muss auch dazu stehen. Die gute Nachricht: Auch hier gibt es leichte Businessmodelle aus Seersucker, Baumwolle oder Leinen.

Und wann sind nun kurze Ärmel erlaubt? Laut dem Männermagazin sind T-Shirts dann erlaubt, wenn es das Unternehmen toleriert, kurzärmelige Hemden, wenn T-Shirts erlaubt sind. Denn: Ein Kurzarmhemd ist letztendlich nichts andres als ein T-Shirt mit Knopfleiste. Zurückhaltung sollte hingegen bei den Mustern gewahrt werden. Während kleinere, dezente Muster durchaus akzeptabel sind, sind große Muster fürs Wochenende. Zartes Blau und Rosa sind außerdem für Fahrer öffentlicher Verkehrsmittel reserviert. Es gibt inzwischen durchaus modische Kurzarmhemden. Und: Wer Ellenbogen zeigt, sollte das Knie verdecken, um keinen Freizeitlook zu riskieren.

Eine Frage der Inszenierung

Generell entsprechen kurze Hosen durchaus dem Büro-Dresscode. Falls der Arbeitsplatz jedoch nicht am Strand ist, sollte auch hier vorab mit dem Chef gesprochen werden. Für den Fall, dass das kurze Beinkleid akzeptiert ist, gilt das jedoch keinesfalls für Bermudas oder Badeshorts. Wie auch lange Hosen sollte die beinfreie Variante einen guten Schnitt sowie klassischen Stoff besitzen. Die Hosenbeine müssen zudem – egal wie gut Ihr im Homeoffice trainiert habt – knielang sein.

Wer einen langen Anzug trägt, hat sich gleichzeitig auch für geschlossenes Schuhwerk entschieden. Doch auch hier gibt es leichte Varianten ohne Socken: Slipper oder Loafer. Und für den sportlichen Look: weiße Ledersneaker. Ein absolutes No-Go sind offene Sandalen. Die bleiben dann doch lieber auf den Laufstegen der Modemetropolen oder den Balkons der Vorstädte.

Titelbild: © ukterryg/stock.adobe.com

Autor

Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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