Dirk Lauffer: „Es ist nicht alles grün, wo grün draufsteht“

Nachhaltigkeit ist auch in der Finanzbranche das Buzzword des Jahres 2021. Doch wie kann ein Vermittler wirklich nachhaltige Anlageprodukte erkennen? Wir haben mit Dirk Lauffer, Geschäftsführer von CuP Versicherungsmakler, gesprochen.

Dirk Lauffer: „Immer mehr Kunden entscheiden sich für nachhaltige Lösungen“

„Grüne“ Geldanlagen werden immer beliebter. Das zeigt eine Studie von Union Investment. 54 Prozent der Befragten planen demnach, ihr Erspartes nachhaltig anzulegen. Rund ein Viertel besitzt schon nachhaltige Geldanlagen. Das lockt auch einige schwarze Schafe, sich einen grünen Anstrich zu verpassen, ohne wirklich nachhaltig zu sein. Dirk Lauffer, Experte für nachhaltige Geldanlagen, erklärt, wie man sogenanntes Greenwashing erkennen kann.

Redaktion: Die neue Taxonomie-Verordnung der EU soll nachhaltige Geldanlagen fördern und Greenwashing verhindern. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf den Markt auswirken?

Dirk Lauffer: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Taxonomie-Verordnung der richtige Schritt ist. Das Thema Nachhaltigkeit in der Beratung zu verankern, löst beim Gesprächspartner etwas aus – es wird in den unmittelbaren Fokus gerückt. Eine Folge davon wird sein, dass sich immer mehr Kunden für nachhaltige Lösungen entscheiden, was am Ende zu einer Verschiebung des Geschäftes führen wird.

Redaktion: Kritiker befürchten, dass trotz umfangreicher Regularien noch Schlupflöcher für Greenwashing bleiben – wie sehen Sie das?

Dirk Lauffer: Nachdem es schon immer schwarze Schafe gab und auch immer geben wird, die intensiv nach Schlupflöchern suchen, wird das auch in absehbarer Zukunft noch so sein. Dennoch wird der Trend zu nachhaltigen Lösungen davon nicht aufgehalten werden. Wichtig wird zukünftig allerdings sein, dass in der Taxonomie-Verordnung immer wieder nachjustiert wird, wenn sich neue Lücken zeigen.

Redaktion: Wo liegt Ihrer Meinung nach die größte Gefahr für Greenwashing in der Branche?

Dirk Lauffer: Nachhaltige Produkte sind ein Trend, den sich jeder gerne auf die Fahne schreiben möchte. Leider werden deshalb auch Produkte auf den Markt gebracht, die den Regularien nicht zu 100 Prozent entsprechen. Hier gibt sich der ein oder andere auch echte Mühe, das zu verschleiern. 

Redaktion: Wie können Makler erkennen, ob ein Anlageprodukt wirklich nachhaltig ist?

Dirk Lauffer: Sie kennen das Sprichwort „Der Fisch stinkt vom Kopf“. Deshalb ist es wichtig, den Kopf, also die Gesellschaft an sich, genauestens unter die Lupe zu nehmen. Arbeitet die Gesellschaft an sich nachhaltig? Gibt es eventuell einen Umweltbericht? In welchen Fonds wird Geld angelegt und entsprechen diese den Kriterien? All das sind Fragen, die zumindest ich mir bei der Auswahl von Anlageprodukten stelle. 

Redaktion: Was sollte ein Makler im Kundengespräch beachten, wenn es um nachhaltige Anlageprodukte geht?

Dirk Lauffer: Der erste Punkt, der geklärt werden muss: Will der Kunde lieber in Fonds investieren oder bevorzugt er Sachwerte? Dementsprechend muss dann das Angebot ausgelegt werden. Hier gibt es kein Patentrezept. Jeder hat seine eigenen Vorlieben. Der eine findet die Risikostreuung der Fonds besser, der andere bevorzugt handfeste Werte.

Redaktion: Nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie grüne Versicherungsangebote für Ihre Kunden aus?

Dirk Lauffer: Für mich ist es wichtig, dass eine Gesellschaft unabhängig von der Börse in nachhaltige und ökologische Sachwerte investieren kann. Dieses Kriterium erfüllt im Moment nur eine einzige Gesellschaft.

Redaktion: Es gibt mehrere Siegel (etwa das FNG Siegel) für nachhaltige Geldanlagen – taugen die was?

Dirk Lauffer: Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung und hilft bei der Orientierung. Das ein oder andere Siegel hat auch mittlerweile viel an Aussagekraft gewonnen und bietet den Maklern sowie den Kunden Sicherheit.

Redaktion: Wie könnte Greenwashing am Versicherungsmarkt Ihrer Meinung nach am besten verhindert werden?

Dirk Lauffer: Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass der Makler besser prüft, welches Produkt er empfiehlt beziehungsweise verkauft. Beispielsweise wissen wir alle aus der Lebensmittelbranche, dass nicht alles grün ist, auf dem grün draufsteht.

Redaktion: Und zum Schluss: Wie ist der aktuelle Stand des CUP-Waldes?

Dirk Lauffer: Der CuP-Wald wächst und gedeiht. Unser Versprechen aus dem Jahr 2020, dass wir für jeden neuen Versicherungsvertrag zwei neue Bäume pflanzen, haben wir im April erfüllt. Zum einen haben wir in Rudletzholz, einem kleinen Kirchdorf im Naturpark Altmühltal, eine Freifläche mit 320 Fichten, Buchen und Elsbeeren bepflanzt. Weitere 120 Bäume kamen über „Die gute Schokolade“ zusammen. Dafür haben wir uns zusammen mit unseren Kunden „geopfert“ und 600 Tafeln Schokolade gegessen. Und um unser Versprechen bis zum letzten Baum einzulösen, haben wir noch über Plant for the Planet 894 Bäume für Malawi gespendet, die von Wells for Zoë gepflanzt wurden.

Auch für das Jahr 2021 haben wir versprochen, für jeden neuen Versicherungsvertrag zwei neue Bäume zu pflanzen. Deshalb sind wir schon wieder auf der Suche nach neuen Flächen, Wäldern oder Projekten, bei denen wir uns engagieren können.

Titelbild: ©Dirk Lauffer

Autor

Lisa Mayerhofer
Lisa Mayerhofer
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit vorherigen Stationen beim Süddeutschen Verlag und Burda Forward.

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