Daniel Regensburger im Interview: Die neue Nachhaltigkeit

Im zweiten Quartal des Jahres 2021 knackten ESG-Investments weltweit die Marke von zwei Billionen Dollar. Zudem erlebt Nachhaltigkeit derzeit auch politisch einen Aufschwung. Und nicht zuletzt die Fridays for Future Demonstrationen machen deutlich: die junge Generation denkt überwiegend nachhaltig. Wir sprechen mit Daniel Regensburger, Geschäftsführer der Pangaea Life, über den neuen Wert der Nachhaltigkeit.

Redaktion: Aus Ihrer Wahrnehmung heraus: Wie stehen die Deutschen aktuell zum Thema Nachhaltigkeit? Was verstehen sie darunter?

Daniel Regensburger: Alle Umfragen, darunter auch die derzeitige Bundestagswahl, zeigen deutlich, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu den wichtigsten Zukunftsthemen der Deutschen zählen. Das macht sich auch in der Versicherungsbranche bemerkbar. Eine Herausforderung: Es ist nicht alles grün, wo grün draufsteht.

Unsere Vision zu Nachhaltigkeit ist hingegen klar: Heute nicht auf Kosten von Morgen, hier nicht auf Kosten von anderswo.

Redaktion: Was versteht die Pangaea Life demnach unter Nachhaltigkeit?

Daniel Regensburger: Wir setzen auf blaue Nachhaltigkeit. Also die Art Nachhaltigkeit, die  den Menschen Mut machen soll, dass wir als Gemeinschaft die Welt gemeinsam zu einem besseren Ort machen können. Gleichzeitig ohne Verzicht, sondern stattdessen auf Basis des technologischen Fortschritts. Freiheit und Lebensqualität sind für uns wichtige Werte.

Statt der grünen Verzichts- und Angstideologie setzen wir damit auf Innovation, Eigeninitiative und aktives Handeln zum Wohle von Mensch und Planeten.

Redaktion: Und wie gelingt das?

Daniel Regensburger: Das gelingt, indem wir unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeiten bieten, selbst einen messbaren Beitrag für eine klima- und umweltfreundliche Zukunft zu leisten. Gleichzeitig sorgen sie damit für sich selbst und ihre Liebsten vor. Und auch hier ohne ihnen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. 

Redaktion: Woran denken Sie liegt der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit?

Daniel Regensburger: Das hat meiner Meinung nach diverse Gründe. Vermehrte Naturkatastrophen und Extremwetter, wie die Flutkatastrophe Bernd in diesem Sommer, sensibilisieren zwangsläufig immer mehr Menschen für Nachhaltigkeit. Die Menschen sind oft unmittelbar davon betroffen.

Bewegungen wie Fridays for Future, die mediale Präsenz von Nachhaltigkeitsthemen wirken lediglich noch als Verstärker zu eigenen, unmittelbaren Erfahrungen mit dem Klimawandel. Das merken wir besonders an der verstärkten Nachfrage nach nachhaltigen Vorsorge-Produkten.

Redaktion: Inwiefern ändert sich hier die Zielgruppe?

Daniel Regensburger: Wir wollen nachhaltige Geldanlage und Zukunftsvorsorge für Jedermann bieten. Nicht zuletzt aufgrund aktueller Greenwashing-Skandale ist Transparenz gegenüber unseren Kundinnen und Kunden das A und O.

Zur Zielgruppe zählt dabei jeder, der persönliche Zukunftsvorsorge durch konsequent nachhaltige Investments mit einem nachhaltigen Planeten Erde verbinden möchte.

Die Zielgruppe per se wird mit wachsendem Umweltbewusstsein in der Bevölkerung immer breiter. Viele denken bei nachhaltigen Produkten an junge Menschen. Aber auch Senioren zählen zu unseren Pangaea Life Kunden. Diese wollen vor allem etwas Positives für die Welt ihrer Kinder und Enkel bewirken. Zudem legen sie ihr Erspartes renditeträchtig an.

Redaktion: Inwieweit steigen die Ansprüche der Kunden? Und wie/mit welchen Produkten reagiert die Pangaea Life hierauf?

Daniel Regensburger: Auch hier kommt der Knackpunkt Greenwashing zum Tragen. Kunden wollen echte Nachhaltigkeit ohne faule Kompromisse. Wir weisen den Impact unserer Investments daher regelmäßig mit konkreten Daten zur CO2-Verminderung nach. Kunden können sich zudem einen Überblick aller Sachwert-Anlagen, in die wir investieren, auf der Website verschaffen.

Redaktion: Wie und mit welchen Produkten reagiert Pangaea Life hierauf?

Daniel Regensburger: Virtuell ist auch hier ein Stichwort. Über unsere digitale Investmentreise nehmen wir Kunden und Vermittler hautnah zu den Investitionen unseres Blue Energy Fonds mit. Hier erleben sie quasi „vor Ort“ die breite Diversifikation der nachhaltigen Sachwerte. Die Reise führt zu sämtlichen unserer erneuerbare Energieanlagen.

Auch im Bereich der nachhaltigen Wohnimmobilien erweitern wir unser Angebot. Durch den neuem Fonds „Blue Living“. Dabei handelt es sich um einen weiterer Sachwerte-Fonds neben dem Blue Energy Fonds im Bereich erneuerbare Energien.

Redaktion: Wie wie wird sich das Thema Klimaschutz und das Verständnis für Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren verändern? Was ist die Vision der Pangaea Life hierzu?

Daniel Regensburger: Das Thema Nachhaltigkeit wird sicherlich weiter an Fahrt aufnehmen. Die Relevanz und Kundennachfrage ist heute schon da – es gilt, das Potenzial zu heben. Mittelfristig wird das Thema Nachhaltigkeit in jeder Finanz- und Vorsorgeberatung Thema sein.

Denn parallel sorgen EU-Regularien dafür, dass nachhaltige Produkte zunehmend verpflichtend im Beratungsgespräch stattfinden. Entsprechende Verordnungen werden auch dazu führen, dass Kunden sich nicht mehr nur mit Schein-Nachhaltigkeit zufriedengeben. Zunehmende an Wichtigkeit werden auch die Faktoren Soziales und Governance gewinnen. Siehe ESG Kriterien.

Redaktion: Und wie sieht die nachhaltige Vision von Pangaea Life aus?

Daniel Regensburger: Ich denke, wir sind hier schon auf einem sehr guten Weg. Die Pangaea Life möchte sich weiterhin als einer der Vorreiter für Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche etablieren. Denn wie wir gelernt haben: Nachhaltigkeit ist zugleich auch Prävention. dafür, dass der Schadenfall in Form der Klimakatastrophe nicht einritt.

Titelbild: © die Bayerische/Pangaea Life

Autor

Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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